Podcast Folge 001 | Wie Lisa ihren Traumjob gefunden hat

Jan 18, 2018
 

Shownotes – Podcast Folge 001 | Wie Lisa ihren Traumjob gefunden hat

Lisa Kauff von Monkey Yoga ist zu Gast im I love Montag Podast001 :) ! Wir finden heraus wie Lisa ihren Traumjob gefunden hat und welche Schritte dazu genau notwendig waren. Es wird spannend :) !!

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Das Interview mit Lisa Kauff (Monkey Yoga Mainz)

So herzlich willkommen zum ersten I Love Montag Podcast ever. Im I Love Montag Podcast stellen wir euch inspirierende Menschen vor, die ihren Traumjob gefunden oder erschaffen haben. Uns interessiert zunächst einmal was der jeweilige Traumjob ist, wie diese Menschen ihren Traumjob gefunden haben und welche Schritte dazu notwendig waren. Einfach welche Geschichte hinter dem Menschen und seinem individuellen Traumjob steckt. Für den allerersten I Love Montag Podcast haben wir Lisa Kauff aus Mainz begeistert. Lisa hat BWL studiert und einen tollen Job mit allem drum und dran gehabt. Diesen Job hat sie auch super gemacht, aber zufrieden und glücklich war sie trotzdem irgendwie nicht. Heute erzählt sie uns wie sie dann ihren Traumjob gefunden hat und das wird ziemlich spannend. Los geht’s!

 

Lisa, herzlich willkommen zum Podcast

Daniel: Ja liebe Lisa herzlich willkommen zum ersten I Love Montag Podcast ever. Ich freue mich tierisch, dass du da bist und ganz zum Anfang mal: Wie geht’s dir heute Morgen?

Lisa: Ja, erstmal schön, dass wir es geschafft haben. Wir telefonieren ja jetzt quasi über zwei Länder hinweg und nehmen den Podcast auf. Mir geht’s ganz gut, ich bin zwar ein bisschen verschlafen, das Baby in meinem Bauch hat mich heute Nacht ein bisschen wachgehalten. Aber alles in allem freue ich mich, dass wir jetzt diesen Podcast vor uns haben.

Daniel: Cool, dann vielleicht noch ganz kurz zur Erklärung: Also ich sitze gerade in Spanien, Lisa sitzt in Deutschland – und wie gesagt ich freue mich wirklich, dass das hier sofort geklappt hat. Du hast auch sehr begeistert auf meine Kontaktaufnahme reagiert, als ich dich gefragt habe, ob du Lust hast auf ein Interview und ich glaube, dass du da eine sehr, sehr perfekte Inspiration bist, wie man zu seinem Traumjob kommt oder wie man ein Umfeld schafft, das einen inspiriert. Aber ich will da jetzt noch nicht zu viel verraten, da kommen wir im Laufe des Interviews noch zu, denke ich. Hast du Lust loszulegen?

Lisa: Ja auf jeden Fall. Also dazu muss ich noch sagen, Dani hat sich eine besondere kreative Art ausgedacht mich zu kontaktieren und eine Video Message geschickt. Das war die erste die ich von einer bis dahin mir nicht bekannten Person geschickt bekommen habe und da habe ich auf jeden Fall sofort drauf reagiert, weil mir das sehr sympathisch war.

Daniel: So, ja sehr gut, jetzt hast du alle meine Tricks verraten (lacht). Aber das ist bestimmt hilfreich für den einen oder anderen.

 

Lisas Herzensprojekt

Ja also ich würde gerne damit starten, dass du einmal erzählst, was du im Moment für grandiose Sachen machst und was dein Herzensprojekt eigentlich ist.

Lisa: Ja also momentan ist ja das größte Projekt mein Baby natürlich (das ich austrage). Aber ansonsten habe ich vor zweieinhalb Jahren mein Baby Monkey Yoga gegründet. Das ist eine Plattform bzw. eine Marke unter der ich verschiedene Yoga-konzepte anbiete. Eigentlich alles was abseits der Yoga-Norm ist, würde ich mal behaupten. Ich kam damals dazu als ich meine Yogalehrer Ausbildung gemacht habe. Der eigentliche Anstoß für meinen allerersten Kurs den ich gegeben bzw. angeboten habe war, dass ich Erfahrung für meine Yogalehrer Prüfung brauchte. Ich war sehr nervös und hatte keinerlei Familienmitglieder oder Freunde die sich als Testpersonen bereit erklärt hätten und dann habe ich mir gedacht, „Komm, ich gucke mal ob das funktioniert, indem ich eine Veranstaltung bei Facebook erstelle“, nämlich „Kostenloses Yoga im Park“ bzw. Outdoor-Yoga. Tatsächlich wurde dieses Angebot extrem gut angenommen und so kamen dann beim ersten Kurs über 20 Leute zusammen, voller Erwartungen natürlich. Ich war dann mega nervös und habe zuerst daran gedacht einen Rückzieher zu machen. Wohlgemerkt hatten sich bei Facebook zwei-, dreihundert Leute angemeldet. Wie das bei Facebook aber so ist, man weiß nie wer am Ende kommt und das war dann der Startschuss zu einem großen Projekt, was ich seitdem vorantreibe. Ich habe noch einige neue Dinge mit aufgenommen. Es kamen über die Monate und oder jetzt zweieinhalb Jahre immer mehr Ideen hinzu. Letztes Jahr haben wir das erste mal Yoga auf dem Wasser gemacht bzw. „on-water-yoga“ zusammen mit on-water in Mainz. Außerdem ist Yoga and Wine eines meiner Lieblingsprojekte. Hier machen wir erst zusammen Yoga auf einer Wiese von einem Weingut und hinterher eine Weinprobe zusammen erleben. Oder auch Yoga im Museum, Pop-Up-Yoga nenne ich das Ganze. Also Pop-Up-Yoga steht für Yoga an ungewöhnlichen Orten. Ja und um das Ganze ein bisschen abzurunden und meine Schreibleidenschaft mit reinzubringen, blogge ich über Themen die mir gerade am Herzen liegen und um ein bisschen mehr Inspiration rund um die Yoga Philosophie zu geben. Das war die Kurzform.

Daniel: Sehr, sehr cool. Das war ja schon ein super Überblick. Eine kleine Frage direkt mal zu deiner ersten Veranstaltung, dem Pop Up Yoga im Park. Hast du denn da gleich eine Soundanlage gehabt? Weil 200 Leute ist ja schon eine Nummer.

Lisa: Ja das ist eine gute Frage. Es kamen ja dann auch nur 20. Wobei damals hatte ich tatsächlich noch keinerlei Unterstützung. Ich habe nur meine Yogamatte mitgenommen und bin in den Park spaziert und schon beim dritten Kurs waren es dann 50 oder 60 Leute, die habe ich dann schon fast angeschrien. Und nach zwei, drei Monaten habe ich dann auch in eine Anlage investiert, mit der ich auch 100 Leute im Park erreichen kann. Das war dann auch die bisher einzige große Investition in mein Yoga Projekt (lacht).

Daniel: Cool, also ich glaube wir haben dann soweit verstanden, dass Monkey-Yoga kein Yoga Studio ist, sondern eine eventbasierte Marke, die du gegründet hast. Was unterscheidet dich denn als Person jetzt von dem Standard Yoga Lehrer oder Yoga Lehrerin die im Studio unterrichten?

Lisa: Also erst mal die Gemeinsamkeiten. Natürlich habe ich auch die Idee, dass ich Yoga als Ganzes vermitteln und dem Menschen den Spaß am Yoga näherbringen möchte. Was mich unterscheidet ist wahrscheinlich die Ambition, dass ich Yoga für jeden zugänglich machen möchte und auch diejenigen von Yoga überzeugen will, die dem Ganzen bisher skeptisch oder kritisch gegenüberstanden oder auch Garnichts mit Yoga am Hut haben und so langsam gern darein geraten würden. Ich bin grundsätzlich ein Mensch der immer nach Neuem strebt und ich würde fast schon behaupten, dass mir relativ schnell langweilig wird, wenn ich immer das gleiche mache. Ich mag es gerne etwas Ungewöhnliches anzubieten und das ist das, was meine Kurse wahrscheinlich ausmacht bzw. mein Portfolio ausmacht. Dass ich immer gucke, was gibt es schon oder wie kann ich etwas, das schon existiert abändern oder was völlig Neues anbieten. Dabei versuche ich immer authentisch zu bleiben natürlich, zugänglich und auch nahbar zu sein. Ich möchte nicht so eine abgehobene Lehrerin sein, die man sich nicht traut anzusprechen, sondern will halt auch meine eigene Geschichte rüberbringen und den Menschen die Möglichkeit geben mit mir in den Austausch zu treten

Daniel: Sehr cool. Das heißt dann aber auch ganz konkret deine Projekte oder dein Portfolio – ich fasse nochmal zusammen: Yoga im Park, dann hast du Pop-Up-Yoga auch an verschiedenen anderen Orten gemacht, ich glaub im Stadion oder Museum, Yoga und Wein etc. also sehr coole Sachen. Und Stand-up-paddel-yoga, das heißt auf dem Wasser?

Lisa: Genau, dazu gebe ich tatsächlich auch normale Kurse, drinnen, im Winter und Schwangeren Yoga ist mein neuestes Projekt was jetzt hinzugekommen ist. Klar jetzt wo ich selber schwanger bin, mache ich das total gerne mit anderen Gleichgesinnten Yoga zu machen. Meditationsleiterin bin ich jetzt auch seit ein paar Monaten. Da habe ich noch keinerlei Kurse gestartet, aber das möchte ich 2018 ändern, um die Meditation auf eine etwas andere Art zu vermitteln.

Daniel: Sehr cool, also ich glaube wir haben jetzt ein gutes Gefühl dafür, dass das ecth ein Herzensprojekt ist, abgesehen von eurem aktuellen Herzensprojekt mit eurem Baby. Aber das wirklich interessante ist ja, wo du eigentlich herkommst.

 

Was Lisa vorher so beruflich gemacht hat

Erzähl doch mal, wie war dein Leben, bevor du mit Monkey Yoga so durchgestartet bist. Was hast du da gemacht?

Lisa: Ja, wo fange ich an? ich würde sagen mit der Schulzeit. Also ich war immer schon sehr leistungsgetrieben und habe mir in schon Schule kaum Freizeit gegönnt, hatte die große Karriere schon relativ früh vor Augen. Karriere im Sinne von sehr jung, viel Geld verdienen, irgendwo in einem großen Konzern arbeiten und da so meinen Weg gehen. Das wurde mir ein bisschen in die Wiege gelegt oder vermittelt von meiner Familie und auch von Freunden, so dass ich mit 18 Abi gemacht habe, nachdem ich eine Klasse übersprungen habe und habe dann die BWL Pläne eingeschlagen, obwohl ich eigentlich viel lieber Sport studiert hätte. Das war damals so nebenher meine Leidenschaft, in die ich auch meine ganze Energie in der Freizeit reingesteckt habe. Wie das dann aber so ist, wurde mir dann vom Sportstudium abgeraten und es hieß „Mach doch lieber BWL“. Ich habe dann international Business studiert, damals noch an der FH. Das habe ich in 4 Jahren also 8 Semestern durchgezogen, war dann auch mehrere Male im Ausland, habe da Praktika gemacht und meinen Weg gefunden und gemerkt, dass mir das eigentlich liegt und mit 22 habe ich dann mein Berufsleben in einer Wirtschaftsprüfung gestartet. Das war natürlich ein absoluter Sprung ins kalte Wasser für mich. Ich war damals ja noch echt jung, relativ naiv und wurde dann zu großen Mandanten geschickt und habe zwei Jahre lang versucht mich irgendwie zurecht zu finden. Aber ich habe mich dann aber völlig verloren gefühlt. Ich war dann ungefähr 70 % der Zeit in Hotels irgendwo in Deutschland unterwegs und war da totunglücklich, habe mich auch nicht ernst genommen gefühlt und hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich muss darum kämpfen, dass ich gesehen werde, dass ich wahrgenommen werde und war irgendwie immer gefühlt latent überfordert. Dann habe ich nach zwei Jahren den Absprung geschafft, bin aber weiter in der Schiene dringeblieben und habe dann den Konzern gewechselt, für den ich jetzt auch heute noch arbeite, in die interne Revision. Also ähnlich vom Berufsalltag. Ich war dann wieder sehr viel auf Reisen, an verschiedenen Standorten und habe dort die Abläufe, Prozesse und Menschen geprüft. An sich eine spannende Tätigkeit, weil du halt sehr projektbasiert arbeitest. Ich hatte nach spätestens vier Wochen immer wieder ein völlig neues Thema vor der Brust. Aber du kommst halt nie irgendwo richtig an und hast nie was Eigenes was du kreierst, sondern du prüfst immer nur was andere machen und sagst „das war falsch, das war falsch etc.“. Die Einstellung also diese innere skeptische Haltung habe ich dann für mich völlig verinnerlicht und auch in mein Privatleben übertragen. Irgendwann habe ich auch gemerkt, da komme ich überhaupt nicht mehr raus.

Daniel: Also aus dieser Einstellung der Revisionsgeschichte?

Lisa: Genau, ich habe vor lauter suchen nach Fehlern das Gute nicht mehr erkannt. Also insgesamt im Leben. Ich hatte wirklich Probleme damit Vertrauen zu haben, dass die Dinge einfach gut sind wie sie sind.  Ich bin dann weiter im strategischen Bereich geblieben und habe dann innerhalb des Konzerns noch zwei Jobwechsel gehabt und bin dann doch immer weiter nach oben geklettert in der Karriereleiter, bis ich dann irgendwann gemerkt habe, egal welchen Schritt ich mache, es macht mich nicht zufriedener. Ich habe zwar mehr Gehalt und mehr Verantwortung bekommen, wurde mehr gesehen, was mir sehr wichtig war. Ich wollte immer, dass wahrgenommen wird, was ich kann. Aber mein eigentlicher Herzenswunsch wurde dabei nicht erfüllt. Also so eine innere Zufriedenheit und Gelassenheit zu haben. Also mit dem zufrieden zu sein was ich bin und was ich mache. Bis hin zu einem Punkt, an dem auch wirklich die Möglichkeit hatte innerhalb des Konzerns zu sagen, was ich denn nun will. So ein Konzern bietet natürlich auch unendlich viele Möglichkeiten und irgendwann habe ich dann realisiert, es gibt nichts in dieser Welt, was ich wirklich gern machen würde. Also mein Wunsch liegt völlig außerhalb dieser wirtschaftlich getriebenen Welt. Aber ich wusste bis dahin eigentlich nicht was es ist, was mich erfüllen würde.

Daniel: Also ich finde das jetzt super spannend, du hast ja jetzt auch einen krassen Abriss gegeben. Das heißt jetzt du warst sag ich mal so eine echte Überfliegerin – Klasse übersprungen, schnell studiert, gute Noten gehabt denke ich mal.

Lisa: Klar, das war immer der Anspruch dahinter.

Daniel: Da sehe ich dann auch bei ganz vielen Leuten die früh erfolgreich waren – ich meine du warst dann auch erfolgreich mit deinem BWL Studium und in deinen ersten Jobs wahrscheinlich erfolgreich – die Gefahr, dass man weitermacht, weil nicht diesen Denkzettel hat, „probiere doch nochmal was anderes“.Weil man ja erfolgreich ist, man ist besser als andere.

Lisa: Ja, das ist genau die Gefahr da daran, da sagst du genau das richtige, man ist verwöhnt und steckt in einer Komfortzone drin. Man meint ja rein rational es gibt nichts Besseres, also wie sollte man sich verbessern, und so kriegst es dann auch von außen vermittelt, ob es der Partner ist oder die Eltern. Es muss ja immer noch ein Schritt weiter nach oben gehen. Wenn du schon auf dem Gehalt Level von x bis, muss es, so ist zumindest die Wahrnehmung in Deutschland wie ich finde, noch mehr sein. Du kannst nicht einfach sagen, ich mach jetzt was völlig anderes und fang nochmal von vorne an. Gerade wenn du schon „soweit“ gekommen bist.

Daniel: Ja du brauchst ja natürlich auch ein bisschen mit dem mit diesen Gehaltserhöhungen, die ja am Anfang auch Ansporn sind. Ich kenne das ja auch so ein bisschen, man möchte ja dann auch ein Stück weit in dem Gehalt Anerkennung oder auch Dankbarkeit oder wie auch immer man das nennen will sehen. Aber man baut sich damit natürlich auch ein bisschen einen goldenen Käfig, weil du ja dann auch eigentlich irgendwann denkst, was quatsch ist, aber man denkt dann in dem Moment „Ich kann ja jetzt auch gar nichts anderes anfangen, weil ich auf dieses Level gar nicht mehr so schnell komme wie bei etwas anderem.“

Lisa: Absolut ja du schaffst dir einen Lebensstandard an den du dich gewöhnst. Du glaubst in dem Moment eben auch du brauchst ihn und noch dazu baust du dir halt auch im Umfeld an Freunden, Bekannten, oder Arbeitskollegen auf, die eben alle in dieser Welt unterwegs sind.  Und die Gefahr oder die Angst etwas zu verändern ist eben auch, dass man diese Erwartung von außen nicht erfüllt und auch die Anerkennung verliert.  Also man ist getrieben von dem wie man sich im Außen definiert. Man wird sozusagen gleichgestellt mit der Leistung die man im Job bringt. Das war die Sicht die ich hatte.

Daniel: Ich sag mal wahrscheinlich war es bei dir auch so – korrigiere mich– aber man probiert dann schon verschiedene Sachen aus, das heißt du hast Jobwechsel gemacht, du hast auch neue Positionen ausprobiert und man stellt aber fest, in einem drin verändert sich nichts. Man kommt eigentlich immer innerlich an den gleichen Punkt zurück an dem man schon war. War das bei dir so?

Lisa: Ja, ich habe mich tatsächlich auch immer mehr im Job zurückgenommen und habe eine klare Grenze gezogen was Überstunden anging. Ich habe wirklich irgendwann nur noch nur normal acht Stunden am Tag gearbeitet, was auch kein Problem auf der Arbeit war. Das war die größte Erkenntnis überhaupt, also trotzdem alle waren zufrieden mit meiner Leistung, ich…

Daniel: … da muss ich kurz unterbrechen, wir sind ja beide aus Mainz. Also auf der Arbeit heißt im Büro (lacht). Also du saßt im Büro und hast die Arbeitszeit auf normales Maß zurückgefahren.

Lisa: Richtig, ich habe dann immer mehr in meine Freizeit reingesteckt und gleichzeitig auch immer mehr Forderungen an meinen Arbeitgeber gestellt. Ich habe immer mehr Sonderwünsche geäußert und alles erfüllt bekommen. Und trotzdem war es nicht passende für mich. Und irgendwann wusste ich, ok die Lösung liegt nicht darin, dass ich mir die Arbeitsbedingungen so gut wie möglich für mich schaffe, sondern es ist die Arbeit an sich die mich nicht zufrieden stellt.

Daniel: Vielleicht auch der Sinn da drin, das ist ja auch manchmal so. Also was mich halt einfach immer interessiert ist, wir denken ja immer so eine Veränderung braucht total viel Zeit, aber meistens gibt es ja diesen einen Moment, wo sich in einem was tut. Kannst du dich daran noch erinnern? Was war dieser eine Moment wo du gesagt hast, „Jetzt gehe ich mal außerhalb meiner Arbeit gucken oder jetzt geht es mir wirklich mal so schlecht, ich habe jetzt so viel probiert und jetzt probiere ich etwas ganz anderes.“ Kannst du dich daran erinnern?

Lisa: Also ich hatte tatsächlich ein Seminar was mein Arbeitgeber mir ermöglicht hat und zwar Resilienz im Job. Das bedeutet ja die Widerstandsfähigkeit im Job zu erlernen. Das war ein zweitägiges Seminar, wo wir in der kleinen Gruppe mit einer Psychologin zusammen den gesamten Arbeitsalltag und das Privatleben hinterfragt haben und erstmal eine grundlegende Analyse gemacht haben, wo wir stehen. Da ging es um die Frage, was uns Energie gibt und was uns Energie nimmt. Da habe ich festgestellt die Arbeit gibt mir gar keine Energie, das ist alles ein Energiesauger. Die Energie, die ich bekomme, bekomme ich im Privatleben und eigentlich sollte es per Definition so sein, damit den Job langfristig gut machen kannst, muss er zumindest ein neutrales Energielevel geben. Also genau so viel geben, wie er nimmt. Mit der Frage haben uns dann auch noch länger beschäftigt und es waren so viele Faktoren die mir dann einfach klar wurden, was mich an der Arbeit alles unzufrieden macht und weshalb. Es gibt einfach keine Möglichkeit innerhalb dieses Jobs zufrieden zu werden. Das war für mich der Punkt wo ich mir gesagt habe innerhalb des nächsten Jahres möchte ich das grundlegend ändern. Ich möchte da hinkommen, dass ich den Job habe, der zufrieden macht. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie ich das realisiere, aber mir war klar, jetzt ist er Zeitpunkt an dem ich wirklich was ändere.

Daniel: Wirklich sehr cool und das ist ja aber auch eigentlich ein entscheidender Augenblick, wenn man sagt, ich kenne den Weg noch nicht, aber ich suche ihn jetzt oder ich probiere halt einfach aus, oder ich bin offen dafür.

Lisa: Genau, am wichtigsten ist es erstmal die Entscheidung zu treffen, dass es reicht, dass man es eben nicht mehr so weitermachen möchte.

Daniel: Lass uns da mal gerade drin bleiben. Was hat dir denn damals dann geholfen deinen Weg zu finden.

 

Wie Lisa ihren Weg zum Traumjob gefunden hat

Also gab es da so einen zweiten Schlüsselmoment, in dem dir dann klar wurde, so könnte der Weg aussehen?

Lisa: Also erst mal waren es Gespräche mit den engsten Familienangehörigen, meinen Eltern und meinem Partner. Es war mir wichtig den Rückhalt zu haben. Dass sie sagen, „Wir unterstützen deinen Weg, wir unterstürzen es, dass du etwas anderes machen möchtest.“ Weil ich hatte tierische Angst davor diese Anerkennung zu verlieren, vor allem von meinen Eltern, auch von meinem Partner. Aber als ich erst mal gehört habe, „Hey es ist total okay, du bist gut so wie du bist und wir unterstützen das, was du machen möchtest. Sei es ob du nun einen völlig anderen weg einschlägst.“, habe mich dann auch immer mehr geöffnet und mit Freunden gesprochen, weil mir diese Gespräche einfach geholfen haben. Von einer Bekannten habe ich dann auch den Buchtipp bekommen, zu dem Buch, das wirklich alles für mich verändert hat, nämlich „Finde den Job, der dich glücklich macht“. Darüber hatte ich ja vor kurzen den Blogartikel geschrieben, weil es mir wichtig war, dieses Buch einfach auch anderen näher zu bringen. Es ist einfach, ganz banal, es kostet nicht viel Geld. Es ist keine Beratung oder keine Therapie, sondern ein einzelnes Buch. Das habe ich dann damals mit in den Urlaub genommen und es sieben Tage am Stück durchgearbeitet. Durchgearbeitet, weil es ein 10-Punkte Plan ist und du musst dich eben mit zehn Themenbereichen bzw. zehn Fragen sehr intensiv beschäftigen. Es ist ein sehr persönliches Buch, wenn man es richtig macht. Ganz am Anfang stand die Frage – „Was wolltest du eigentlich werden als du fünf oder sechs Jahre alt warst?“ – fragt man sich überhaupt nicht mehr im Laufe seines Lebens, ist aber total wichtig, weil in dem Alter deine Persönlichkeit schon voll ausgebildet ist. Natürlich lernst du danach noch viel, aber in dem Alter kommen deine innersten Wünsche zum Vorschein. Damals wollte ich zum einen Lehrerin werden und zum anderen wollte ich aber irgendwie auch ein Leben als, das klingt jetzt ein bisschen banal, als Bäuerin haben. Also dieses Leben in den Bergen im Grünen mit den Tieren zusammen, frische Luft und einfach ganz, ganz einfach zu leben. Lehrer und leben im Grünen, wie könnte ich das …(Unterbrechung)

Daniel: Jetzt wurden wird gerade unterbrochen, wir haben nur noch von dem Leben als Bäuerin in Natur und dem Grünen gehört.

Lisa: Genau draußen sein. Dann kam natürlich später noch die Komponente mit dem Sport bzw. die Bewegung und das Zusammensein mit Menschen dazu. Und am Endes dieses Prozesses, bzw. dieses Buchs steht dann die Frage, wie kombinierst du das alles. Du musst quasi dann ein Bild daraus formen. Das ist zwar nicht final dieses Bild, aber am Ende des Urlaubs stand für mich fest, ich will eine Yoga Lehrerin Ausbildung machen. Weil ich glaube, dass ich darüber am ehesten den Weg dahin finde, wo ich hinmöchte. Du baust dir also eine Vision, wo du dich siehst in ein paar Jahren. Und meine Vision war dann ein Yogastudio im Grünen, am liebsten in den Bergen inklusive Panorama Fenster mit Blick auf die Alpen. So eine Wohlfühloase wo Menschen zusammenkommen und du ihnen einen Weg vermittelst, wie sie sich wohler, klarer im Geist und sich einfach frei fühlen, den Weg zu verfolgen, den sie eigentlich gerne gehen würden. Das war meine Ambition und ist es immer noch, also das was ich gerne erreichen möchte.

Daniel: Sehr cool. Also jetzt gerade auch das mit den Kindheits-Berufswünschen. Daran arbeite ich auch ganz gerne und was ich da immer spannend finde ist, wenn jemand sagt, er oder sie möchte Lehrerin werden. Dann kann das einfach sein, dass das Kind mit dem Beruf Lehrerin einfach mal was ganz anderes verbindet, als wir das vielleicht heute tun oder wie wir den Beruf heute kennen und da steckt einfach viel drin, weil man dann sieht, was man als Kind damit verbunden hat. Und wenn jemand sagt, er möchte Lokführer werden und verbindet er damit die Geschwindigkeit oder das Reisen oder diese Maschine, kann es ja sein, dass er dann später Maschinenbau studiert und das genau sein Ding ist. Aber es könnte genauso gut sein, dass er Pilot wird oder reisender Versicherungsvertreter oder sowas.

Lisa: Genau. Aber man sollte es wirklich mal ernst nehmen und sich mit dieser Frage beschäftigen. Was war damals eigentlich?

Daniel: Also das Buch werde ich auf jeden Fall irgendwie in den Shownotes oder auf der Homepage verlinken, so dass das jeder findet. Okay, das heißt also du hast dieses Seminar gehabt, wo du diesen Moment hattest und gemerkt hast, mit meinem Job passt irgendwas nicht. Dann hast du diese Entscheidung getroffen.  Dann hast du ein Stück weit auch mit Partner und Familie darüber gesprochen und dir da auch diesen Rückhalt geholt. Dann wusstest du ja eigentlich, okay ich will jetzt etwas ändern, aber du wusstest nicht wie und bis dann durch Zufall über dieses Buch gestolpert und hattest dann einfach eine Struktur an der du dich entlang hangeln konntest. Stimmt das so weit?

Lisa: Genau, genau, für mich war es eigentlich am wichtigsten, dass ich die Entscheidung getroffen habe, dass ich jetzt diese Yoga Ausbildung mache. Die stand also am Ende dieses Prozesses, den du gerade beschrieben hast. Ich hätte dann natürlich auch noch ein Jahr überlegen können, wie ich das genau mache, wo ich das mache, mache ich es wirklich etc. Es war natürlich auch eine große Investition. So eine Ausbildung kostet Zeit und Geld. Mir war klar, dass ich das an den Wochenenden mache, neben der Arbeit. Ich habe meinen Job ja nicht gekündigt. Aber in dem Moment habe ich auf meinen Bauch gehört und wusste, das ist das richtige.

Daniel: Sehr cool okay. Das heißt, du hattest ein Bauchgefühl. Kannst du dich daran noch erinnern, was hattest du da für eine Einstellung hattes oder was für Selbstgespräche du geführt hast? Weil man ja dann immer auch diese Momente hat, wo man wieder daran zweifelt. Hast du dich dann direkt angemeldet und hast gesagt, so wenn das erledigt ist, gibt es kein Zurück, oder wie war das?

Lisa: Tatsächlich habe ich mich in der Woche danach angemeldet. Ich habe dann im Urlaub noch geguckt, wo mache ich das und wie kann ich das besten realisieren. Ich kam dann nach Hause, habe mir zwei Schulen angeschaut und war dann so voller Euphorie, so überzeugt, begeistert und dankbar, dass ich endlich eine Entscheidung für mich getroffen hatte. Ich wollte es dann auch nicht auf die lange Bank schieben. Ich bin dann einfach auch ein Macher und setze die Dinge um. Natürlich wusste ich nicht, wo es mich hinführt und ich hatte auch große Angst vor den Bewertungen der anderen, und auch große Angst vor der Konkurrenz von anderen die vielleicht besser im Yoga sind. Ich war damals nicht perfekt und bin ich auch heute noch nicht die perfekte Yogafrau bzw. Yogi die alles kann. Da kamen dann natürlich wieder so ein bisschen die Ängste dazu. Aber ich habe es innerhalb ein paar Tagen dann tatsächlich umgesetzt und mich angemeldet.

Daniel: Tony Robbins sagt ja immer Emotion kommt von Motion. Also wenn man mal Bewegung ist, dann entstehen auch Gefühle und wenn man dann sozusagen diesen ersten Schritt gegangen ist, dieses erste kleine Erfolgserlebnis auch hat und diese Euphoriewelle einfach nutzt, um zu starten, das finde ich eigentlich super super geil. Weil ansonsten bleibt man jahrelang in dieser Planung bzw. sich im Kopf etwas zurecht zu spinnen und dann ist es irgendwann vorbei und dann funktioniert es nicht.

Lisa: Absolut. Diesen Moment, dieses Momentum muss man nutzen, wenn man diesen inneren Antrieb hat.

 

Was Lisa dir empfiehlt

Daniel: Jetzt haben wir ja wahrscheinlich ein paar Leute, die uns hoffentlich zuhören werden. Dafür bin ich ja dann verantwortlich, dass es Leute zu hören bekommen, die sich mit der Ausgangslage identifizieren können. Das heißt ein toller Job nach außen hin aber irgendwie unzufrieden bzw. frustriert. Was ist die eine Sache, die du jemanden ratet würdest, der mit seiner Situation und seinem Job unzufrieden ist und nicht so richtig weiß, wie, wo was?

Lisa: Erst mal finde ich es ganz wichtig den Mut zu haben, zu sagen, es gibt einen anderen Weg für mich und ich kann daraus und kann es mir auch leisten. Diese Vernunft mal über Bord zu werfen und mehr auf sein Herz zu hören, das ist wichtig. Und was ich auf jeden Fall auch empfehlen kann, ist sich mit Menschen auszutauschen, die einen sehr gut kennen, die einen sehr lange kennen und bei denen man auch weiß, dass sie dafür ein offenes Ohr haben und auch die etwas ungewöhnlichen Wege mitgehen und einen begleiten.

Daniel: Ok super. Das heißt, wenn man jetzt ein Stück da seine Einstellung dazu mal hinterfragt und sagt okay, habe diesen Mut oder man wirf vielleicht ein Stück weit diese Vernunft über Bord.

Wir haben ja deinen Weg so ein bisschen kennengelernt. Was sind denn die drei Schritte, die man dann deiner Meinung nach gehen muss? Um es so simpel wie möglich zu machen?

Lisa: Gute Frage, drei Schritte. Also ich glaube erst mal sollte man sich von Anfang an klarmachen, dass man nur ein Leben hat und dass man das Leben für das nutzen muss, was einen wirklich antreibt. Es ist nicht immer ganz leicht herauszufinden, worin man wirklich gut ist und was einem diese Energie und diesen Antrieb gibt. Das ist aber die wichtigste Frage, die am Anfang stehen sollte. Manchmal ist der Spagat etwas anderes zu machen nicht so groß, manchmal sehr, sehr groß. Ich würde auf jeden Fall empfehlen entweder vielleicht mit einem Berufsberater zu sprechen oder eben auch das richtige Buch zu suchen und dann mal durch diesen Prozess zu gehen.

Als nächstes ist es aber auch wichtig sich dann zu committen. Also wenn ich dann an einem Punkt bin und sage, „ich bin mir relativ sicher, dass die Ausbildung oder der Schritt oder die diese Art von Arbeit meins sein könnte“, dass man sich ein klares Ziel steckt und sagt, „ich will in x Monaten oder in ein bis zwei Jahren das und das erreicht haben.“ Und das am besten auch aufschreiben und kommunizieren. Also am besten dem Partner, der besten Freundin oder wem auch immer. So dass man es ganz klar fest fällt und nicht nur mit sich selbst ausmacht. So wird es verbindlicher für einen selbst. Vielleicht hält einen die Angst nicht davon ab, es am Ende umzusetzen

Und als nächstes, wenn ich diese viel Sorgen habe, ist es glaube ich auch ganz wichtig, sich auch die wichtigsten Meilensteine festzulegen. Also die Punkte die ich machen muss, um dahin zu kommen. und auch da sage ich wieder, man muss die angst überwinden. angst hat jeder aber wenn man diese nicht überwindest, komm man nicht aus der Komfortzone heraus.

Daniel: Es gibt ja da ein cooles System, dass man  nicht nur den Meilenstein oder das Ziel dem Partner gegenüber kommuniziert, sondern manche suchen sich einen Freund oder Bekannten der auch von der Persönlichkeitsstruktur her so ist, das er ein bisschen was abkann und sagen, „Okay, pass auf, also bis dahin will ich das erreicht haben und wenn ich es nicht erreiche, dann spende ich soundso viel Euro an eine Organisation deiner Wahl“, nur als Beispiel. So dass man sich selber so ein bisschen motiviert. Oder man kann das Ganze auch umdrehen und sich mit irgendwas belohnen. Das gibt auch einen Push, wenn man weiß, dass da jemand anderes mit drauf guckt und nicht ich entscheide, wann ich was erreicht habe, sondern jemand anderes überprüft das.

Lisa: Ja genau, Hauptsache du hast die Aufmerksamkeit darauf und du erinnerst dich daran. es gibt immer mal Phasen, in denen es vielleicht nicht so leicht ist zu diesem Ziel zu kommen. Es gibt immer Hürden und es wird ganz, ganz selten ein komplett gerader Weg. Aber dass man da dran bleibt und sich nicht unterkriegen lässt, dass ist das allerwichtigste.

Daniel: Dass man dran glaubt einfach, dass man dran glaubt, seinen Weg zu finden. Ich glaube da hast du jetzt eben wirklich in einer kurzen Zeit sehr, sehr viele wichtige Punkte oder fast den ganzen Prozess beschrieben. Aber das liegt wahrscheinlich einfach daran, dass du ihn halt gegangen bis und nicht irgendwie darüber nur philosophierst.

Lisa: Ich glaube es gibt unterschiedliche Wege. Also ich will ja nicht sagen, dass es jetzt der ultimative Weg ist, seinem Lebensziel näher zu kommen. Vielleicht hat jeder einen anderen Ansatz. Aber mir hat es auf jeden Fall auf die Art und Weise funktioniert und es hat zwar ein paar Jahre gedauert bis ich dahin kam, aber ich bin froh, dass ich diese Umstände hatte, um meinen Weg zu gehen.

 

Welchen Einfluss der Traumjob noch hat

Daniel: Jetzt hattest du ja einen Job, der dich viel Energie gekostet hat, in welcher Form auch immer. Und jetzt hast du etwas, was dir viel Energie gibt. Aber das ist ja eigentlich auch nur ein Lebensbereich, also dieser Lebensbereich in Anführungsstrichen „Arbeit“. Was auch immer Arbeit ist, also Arbeit muss ja nicht immer ein Job sein, sondern Arbeit kann auch ein Nutzen sein, den man stiftet, der möglicherweise auch monetär oder auch einfach mit Energie entlohnt wird.  Jetzt hast du da was geändert in einem Lebensbereich. Würdest du sagen, das hat auch auf andere Lebensbereiche einen Einfluss gehabt? Wie war das bei dir?

Lisa: Ja absolut, es waren viele Dinge, die während dieser Yogalehre Ausbildung dazu kamen. Ich glaube der wichtigste Punkt, war, dass ich viel achtsamer mit meiner Freizeit umgehe und viel bewusster auswähle, was ich tue und was ich nicht mehr tue. Bevor ich diesen ganzen Yoga weg gefunden habe, konnte ich zum Beispiel keine Ruhe haben. Ich konnte Ruhe nicht ertragen. Alleine sein war für mich ganz schrecklich. ich hatte das Gefühl ich verpasse was. Das heißt ich habe meine komplette Freizeit durchgeplant mit Kaffeedates, mit Sport, mit dies und jenem. Also mein Kalender war von morgens bis abends, sieben Tage die Woche durchgeplant. Daraufhin habe ich gemerkt, dass mir das gar nicht gut tut und habe bewusst entschieden mich auf meine engen Freundschaften zu konzentrieren und mich nur noch auf ein bis zwei Sportarten zu fokussieren und viel mehr Zeit für mich selbst einzuplanen. Klar, was ich seither mache, ist wirklich jeden Tag Zeit in der Natur zu verbringen. Raus zu gehen, ob Sommer oder Winter, spazieren gehen oder von mir aus auch Fahrrad fahren. So eine Art bewusste Atmung mal zu erreichen. Also wirklich mal tief durchzuatmen und den Kopf freizukriegen. Das hat mir einfach gefehlt.

Daniel: Das war ja auch eigentlich was, was du gerade schon mit deinen Kindheitsträumen beschrieben hast, diese Naturverbundenheit.

Lisa: Genau, dieses ganz bewusste Erleben von dem, was um uns herum ist. Ich meine Natur ist überall und kann uns unglaublich viel Energie geben. Aber wir sind irgendwie der Meinung, wir müssten im Leben so hetzen, zumindest war es bei mir so, dass jeder Moment mit irgendwas Konstruktivem gefüllt sein muss, egal ob ich es was lerne oder meine Bekanntschaften ausbaue oder Sport mache um mein Körper zu optimieren. Alles war darauf ausgerichtet etwas zu optimieren. Jetzt ist mein Leben mehr darauf ausgerichtet zu genießen und bewusst und achtsam wahrzunehmen, wie ich mich eigentlich fühle und von da ab Energie zu tanken für das, was ich gerne erreiche möchte. Weniger dadurch bei mir mehr geworden. Also ich habe nicht mehr so viele Ziele im Leben, aber diese zu erreichen ist mir viel wichtiger. Ich habe mittlerweile meine Ziele, die ich so früher nicht hatte, klar vor Augen. Früher wusste ich das nicht, außer, dass diese Karriere das oberste Ziel war, ein Trugschluss wohlwissend, da mehr Geld auch nicht glücklich macht. Außerdem habe ich seitdem Beziehungen aufgewertet. Vor allem die engsten Beziehungen zu meinem Partner und zu meiner Familie. Weil ich gemerkt habe, das ist doch eigentlich das, was mir Energie gibt und was mir im Leben sehr viel wert ist.  Meine Eltern,  meine Geschwister, mein Partner. Das sind die engsten Kontaktpersonen und denen möchte ich Zeit und Aufmerksamkeit schenken.

Daniel: Das sind ja auch die engsten Beziehungen die man hat. aber oft ist es ja auch so, vielleicht gerade mit Eltern oder Geschwistern, dass dies die empfindlichsten Beziehungen sind. Bei mir wir was das dann oft so, wenn ich beruflich wirklich extrem unzufrieden war, dass dann manchmal aus Kleinigkeiten Streits oder so was wurden und wenn man aber mit sich selbst zufrieden ist, dann ist man auch einfach so viel gelassener und kann das viel mehr genießen, diese Beziehungen auszuleben. Also zumindest bei mir war das so.

Lisa: Ja da hast du natürlich recht. Es sind kritische Beziehungen dahingehend, dass man sich natürlich gut kennt und öfters mal aneinandergerät und kein Blatt vor den Mund nimmt. Das gehört sicherlich auch dazu. Wichtig ist nur, dass man insgesamt respektvoll miteinander umgeht und es nicht als selbstverständlich hinnimmt, dass die Menschen da sind.  Sondern ihnen das auch immer mal wieder zu spüren gibt, dass man es zu schätzen weiß. Das habe ich früher auch viel zu selten getan.

Daniel: Also das heißt es hatte wirklich ein sehr umfangreichen Einfluss auch auf andere Bereiche deines Lebens und damit erübrigt sich fast so ein bisschen die nächste Frage, aber ich stelle sie mal trotzdem, vielleicht hast du dann einen interessanten Gedanken dazu. Ist jetzt so eine berufliche Selbstverwirklichung oder Selbstverwirklichung allgemein  ein Sahnehäubchen in unserem supertollen Leben, was wir hier in Deutschland führen, oder ist es eher das Fundament für so ein tolles Leben? Wie siehst du das?

Lisa: Also ich glaube das hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren extrem gewandelt. Noch vor 10, 15 Jahren war es sicherlich ein Goodie. Also was uns unsere Eltern vorgelebt haben, erst mal die Existenz sichern, genügend Geld verdienen, Haus bauen und wenn du dann noch die Möglichkeit hast, kannst du dir den Job zu suchen, der dich glücklich macht. Heutzutage ist das glaube ich eher die Grundvoraussetzung oder Erwartung die wir haben, also gerade die jungen Menschen der Generation Y und der nachfolgenden Generationen. Man möchte sich einfach nicht mit einem Job zufriedengeben, der einen nicht erfüllt, sondern man ist ganz bewusst auf der Suche nach dem einen Job in dem man alles erreichen kann, den Sinn findet und gleichzeitig auch diese Freiheit aber auch Verantwortung hat. Es sind also sehr, sehr große Anforderungen die man hat. Dementsprechend wird es auch immer schwieriger für uns junge Menschen sich glücklich zu fühlen, weil letztens Endes ist Glück ja auch immer nur eine Sache des Blickwinkels bzw. der Einstellung.

Daniel: Ich habe mal ein Zitat gelesen, das lautete: „Die meisten Leute nicht wissen, was sie wollen, aber sie wollen es unbedingt.“ Ich habe das Gefühl, die meisten Menschen investieren mehr Zeit darin, was sie sich für ein Smartphone kaufen oder welchen Flatscreen oder welches Auto und nicht wirklich konstruktiv überlegen, was möchte sie beruflich tun möchten. Also klar, was du sagst stimmt, wir suchen danach, aber suchen wir an den richtigen stellen? Das ist für mich die Frage oder haben überhaupt eine Idee wo man danach suchen könnte oder ist das einfach nur so ein Monkey-Mind, das die ganze Zeit läuft und wo man zu keiner Lösung kommt?

Lisa: Ja da bin ich absolut bei dir. Ich habe auch letztens einen sehr, sehr interessanten Begriff gelesen, der die Generation Y definiert, und zwar „die permanente Teil-Aufmerksamkeit“. Wir wollen auf alles unsere Aufmerksamkeit lenken, zum Beispiel die Suche nach dem richtigen Auto, iPhone oder was auch immer. Wir verlieren aber, weil wir es nicht mehr schaffen den wichtigen Dingen unsere komplette Aufmerksamkeit zu schenken. Damit sind wir komplett lost und haben das Gefühl, der Tag hat irgendwie viel zu wenig Stunden und wir hetzen und hetzen und versuchen es irgendwie allen recht zu mache, vor allem uns selbst, kommen aber überhaupt nicht da an, wo wir hinwollen und wir wissen teilweise überhaupt nicht mehr wo wir hin wollen, wie du es gerade gesagt hast.

Daniel: Sehr spannend. Du bist ja jetzt an einem Punkt, an dem du mit Monkey Yoga sehr erfolgreich bist. Also ich glaube du hast 1800 Abonnenten auf Facebook, hast einen coolen Blog, das ist ja schon eine Nummer. Vor allem dafür, ich will das gar nicht abwerten, aber dafür, dass du ein lokales Projekt hast. Also du bist ja jetzt in Mainz und machst deine Events auch meistens in und um Mainz herum, dafür bist du schon super bekannt. Ich glaube, wenn ich jetzt in Mainz Leute in unserem alter frage, die schon mal Yoga gemacht haben, da kennt dich wahrscheinlich fast jeder.

Wie ist dein aktueller Stand, sagst du die Reise muss jetzt noch da und da hingehen oder genießt du das jetzt einfach? Du bist ja noch in deinem Beruf, der dich ja eigentlich sehr frustriert hat, dir sehr viel Energie genommen hat. merkst du auch da, dass dir dein Job mehr gibt, da du jetzt nebenbei auch was machst, was dir mehr gibt? Wie ist das?

Lisa: Ja also das ist eine gute Frage, wo es hingeht. Ich bin ja jetzt bald erst mal Mama und habe zwei Jahre Eltern Zeit. Diese Frage hat mich die letzten Monate teilweise schon gequält, weil ich das Gefühl hatte, ich muss jetzt klar definieren wo der Weg hingeht. Mittlerweile habe ich mir gesagt, ich werde 2018 erst mal versuchen diese Mutterrolle mit meinen Ambitionen was Monkey-yoga angeht zu kombinieren und weiterhin in Mainz neue Projekte anzubieten. Und was 2019, 2020 kommt, das werde ich auf mich zukommen lassen. Bisher ist es mir tatsächlich oftmals so ergangen, dass die Dinge auf mich zukamen und ich habe den Glauben daran, dass es sich finden wird. Natürlich möchte ich Yoga weiter ausbauen, ich kann auch noch nicht sagen, ob ich in zwei Jahren in meinen bisherigen Job zurückgehen möchte. Auf jeden Fall möchte ich mindestens genau so viel Energie in Monkey-Yoga stecken, wie es vorher gemacht habe und auch was Größeres daraus machen. Erstmal weiter lokal vielleicht in Form eines Studios, vielleicht aber auch weiter in Form von innovativen, offenen Konzepten. Schauen wir mal was das nächste Jahr oder die nächsten zwei Jahre da so bringen.

Daniel: Ja das wird bestimmt spannend. Also ich werde es auf jeden Fall verfolgen. Und noch mal ein Gedanke jetzt von mir einfach:  Ich habe immer das Gefühl, wenn man mal so ein Schritt gegangen ist wie du jetzt, das heißt was probiert und etwas erschaffen, dann kann man auch ein Stück weit sagen, „Mal gucken welche Türen das öffnet.“ Nur man muss halt mal was machen, also man kann jetzt nicht in seinem Büro sitzen und warten, dass was passiert, da passiert nämlich gar nichts. Das kenne ich selbst noch so gut, weil ich hatte irgendwann so einen Moment, in dem ich gedacht habe, dass es ist eigentlich fast egal welchen Job ich in dieser Firma machen werde, es ist eigentlich immer das gleiche. Also das heißt ich organisiere, ich delegiere, ich gehe in Meetings – aber es ist eigentlich immer der gleiche Job. Und wenn ich aus diesem Muster raus möchte, obwohl es in dieser Firma 10000 verschiedene Jobs gab, dann muss ich einfach auch mal eine andere Tür aufmachen und wenn man die auf gemacht hat, dann verbergen sich dahinter einfach Möglichkeiten und Optionen, die man früher nicht gesehen hat und dann wird es natürlich auch wieder geil zu sagen, „Ich lass das jetzt mal auf mich zukommen, ich gucke auch mal, ich bin jetzt mal offen dafür.“ Ja ich möchte eigentlich nur sicherstellen, dass das jetzt nicht einer den falschen Hals kriegt. Man muss aber mal durch eine Tür gehen und glaube ich, ist das ein Erfolgsmodell.

Lisa: Hast du schön gesagt genau, der erste Schritt ist erst mal über diese Schwelle zu treten und einfach was anzufangen. Dazu vielleicht noch am Rande, ich wurde von ganz vielen Yoga Lehrerinnen gefragt, die auch so etwas vorhaben, ob ich denn eine Checkliste hätte, Anforderungen wenn sie jetzt draußen unterrichten wollen.

Also viele sehen erst mal nur die ganzen Hindernisse, bevor sie die Chancen sehen und ich habe erst mal nur die Chance gesehen und habe mir am Anfang keinerlei Gedanken gemacht über so Sachen wie: brauche ich eine Genehmigung, brauche ich dies, kann ich das öffentlich machen auf Facebook, wie erreiche ich Leute etc. Ich habe einfach erst mal gemacht. Dann so nach und nach beschäftigt man sich natürlich mit den Dingen, die da im Weg stehen. Aber wenn man nur die Hindernisse sieht und all das, was erst mal gemacht werden muss oder wenn man glaubt man müsste erstmal kompletten Business Plan haben, um was zu erschaffen, dann wird es sehr schwer. Also manchmal ist es einfach besser naiv ranzugehen und mal zu probieren, den ersten Schritt zu gehen ohne alles ausgerechnet und alles durchdacht zu haben.

Daniel: Da ist viel Wahres dran, fast schon ein Start-up-advice. Sehr, sehr cool.

 

Lisas Wunsch an dich

Jetzt würde ich dir zum Abschluss sozusagen gerne einen freien Wunsch gewähren. Also das ist jetzt ein kleines Experiment ich bin sehr gespannt und zwar kannst du dir jetzt eine Sache wünschen, welche die Leute die uns jetzt zuhören machen sollen. Das kann sowas sein wie „geht mal auf meine Webseite“ oder macht mal dies oder denkt mal über folgendes nach oder geht mal in euch. Also völlig frei eine Sache, die die Leute machen sollen.

Lisa:  Also ich würde mir wünschen, dass sich jeder mal Gedanken macht, welche Sache er schon seit langem, langem Mal machen wollte. Bei der er vielleicht sagt ist mir zu schwierig oder traue ich mich nicht, oder ist zu groß oder zu weit weg. Einfach ohne groß nachzudenken am Wochenende umsetzen. So banal es auch ist. Ich zum Beispiel ich wollte mal wieder ans Meer, dann nehmt euch das Auto und fahrt einfach los, oder ich wollte unbedingt mal klettern gehen, dann macht es. nicht auf die lange Bank schieben, sondern einfach los und ausprobieren, wie es sich anfühlt. kleine Micro Abenteuer einbauen in das leben.

Daniel: Sehr, sehr geil, cooler Aufruf.

Lisa: So wie Daniel hier, einfach mal zum Surfen nach Andalusien (lacht). Ich glaube es gibt ganz viele Sachen die wir einfach nicht tun, weil wir irgendwie immer meinen, es muss vorher noch was anderes erledigt werden und am Ende sind zwei Jahre vergangen und wir haben es immer noch nicht gemacht.

Daniel: Ich meine, tatsächlich ist es zu diesem Podcast auch genauso gekommen: Ich habe gedacht, ich würde eigentlich gerne Leute inspirieren darüber nachzudenken wie sie ihren Traumjob finden und zum anderen will ich aber nicht so allein mit einer one man show auf YouTube sein. Dann dachte ich Mensch, man müsste mal inspirierende Leute interviewen. Ich verfolge Yoga Monkey schon ein bisschen auf Facebook, weil ich immer mal zu einem Pop um Kurs kommen wollte. Und dann hast du dieses Buch gepostet und dann dachte ich mir, jetzt frage ich hier einfach mal ob die Lisa Lust hat mit mir ein Interview zu machen und ich jetzt in diesem Moment habe ich noch keine Ahnung, wie ich das ganze am Wochenende in iTunes rein kriege oder so was. Aber ich bin mir sicher, Google wird mein Freund sein und es wird klappen. Das ist ja auch so ein bisschen im Sinne deines Aufrufs – einfach mal machen und hinterher kann man auch gucken wie es dann genau funktioniert.

 

Das Publikum war heute wieder wundervoll

Lisa: Genau. In diesem Sinne danke ich dir für das nette Gespräch. Ich bin auch sehr angetan, ich glaube das hilft auch einfach mal die richtigen Fragen zu stellen, sich mal wieder Gedanken darum zu machen und ich hoffe, dass ich auf diese Weise den einen oder anderen erreiche und ermutige, auch mal wieder ein bisschen aus der Komfortzone herauszutreten. Ich freue mich sehr, das Ergebnis dann auch nochmal anzuhören.

Daniel: Sehr cool lass mich zum Abschluss noch viel vielen Dank sagen. Wirklich tausend Dank dafür. dass du dich hier gleich zur Verfügung gestellt hast und so offen und authentisch hier die Fragen beantwortet hast.  Ja, du weißt I Love Montag ist mein Herzensprojekt und ich hoffe dass wir ein paar Leute inspirieren. Und ich finde es grandios, dass du gleich Feuer und Flamme warst, als ich dich gefragt habe, ob du das machen willst. Weil ich hatte ja kein Podcast in dem ich schon 1000 Leute interviewt habe. Deswegen bist du jetzt auch die erste Podcast Gästin ever auf I Love Montag. Das kann dir jetzt niemand mehr nehmen und ich hoffe du wirst nicht letzte sein. Wer sich für Lisa interessiert, www.monkey-yoga.de ist ihre Website, da gibt es einen Blog, nicht nur zu Yoga Themen, sondern auch Buchtipps, Interviews und du hast da eine Reihe „Mainzer Powerfrauen“. Dann finden dich die Leute noch bei Facebook und Instagram unter dem Namen Monkey Yoga.

Lisa: Ja danke die auch viel Erfolg und schaut auf jeden Fall mal bei I Love Montag vorbei. also Dani hat da was auf die Beine gestellt und ja schöne Grüße nach Spanien, Danke.

 

Fazit

So, das war die erste Folge des I Love Montag Podcasts in dem wir euch inspirierende Menschen vorstellen, die ihren Traumjob gefunden haben und uns natürlich fragen, wie sie das geschafft haben bzw. was dazu notwendig war. Wenn ihr jetzt die Links zu dem Podcast haben möchtet, also zum Beispiel die Buchempfehlungen von Lisa, oder aber auch mehr erfahren wollt, dann geht einfach auf www.ilovemontag.de/blog

Ciao.

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