Podcast Folge 002 | Wie Kati von der Luftfahrt zum Glückscoaching gekommen ist

Mar 05, 2018
 

Shownotes – Podcast Folge 002 | Wie Kati von der Luftfahrt zum Glückscoaching gekommen ist

In dieser Folge ist Kati Bonkat von kati-bonkat.com zu Gast im I love Montag Podcast :) ! Wir finden heraus wie Kati aus der technischen Dokumentation eines Luftfahrtunternehmens zum Glückscoach geworden ist und warum Katis Kunden sie fast von alleine finden. Es wird spannend :) !!

Katis Website

Katis Blog: Glücksfreunde

Katis Facebook

I love Montag auf Facebook

Das Interview mit Kati Bonkat (Glückscoach aus Hamburg)

Herzlich willkommen zur zweiten Folge des I love Montag-Pordcasts. Im I love Montag-Podcast stellen wir euch inspirierende Menschen vor, die ihren Traumjob gefunden oder erschaffen haben. Uns interessiert, was ihr Traumjob ist, wie sie den gefunden haben und natürlich welche Schritte dazu notwendig sind. Einfach, welche Geschichte hinter dem Mensch und seinem individuellen Traumjob steckt.

Für die zweite Folge des I love Montag-Podcasts haben wir Kati Bonkat aus Hamburg begeistert. Kati hat in der technischen Dokumentation eines Luftfahrtunternehmens gearbeitet und irgendwann gemerkt, dass ihr das nicht mehr reicht. Dann hat sie entschieden, eine lange Reise zu machen und geendet ist diese Reise in ihrer Profession als Glückscoach. Ja, ihr habt richtig gehört, als Glückscoach in Hamburg. Und wie es dazu gekommen ist, das hören wir uns jetzt an. Und los geht’s.

 

Katis Herzensprojekt

Daniel: Der I love Montag-Podcast. Ja, liebe Kati. Herzlich willkommen zur zweiten Folge des I love Montag-Podcasts, die jemals aufgenommen wurde. Ja, du hast ja eine spannende Geschichte zu erzählen: Wie du aus einem Job in der Luftfahrt zu deinem aktuellen Traumjob gekommen bist. Und ich würde dich jetzt einfach mal bitten, ganz am Anfang, erzähl mal, Kati. Was machst du heute für grandiose Sachen und was ist da so deine Herzensangelegenheit?

Kati: Ja, Herz trifft’s ganz gut. Und zwar habe ich mich vor anderthalb Jahren entschieden, nur noch Dinge zu tun, die ich wirklich mag. Und das setzt ja voraus, dass man ein bisschen weiß, was man mag. Und als ich das dann tatsächlich rausgefunden habe, habe ich gemerkt, dass es mir unheimlich wichtig ist, glücklich zu sein. Und zwar nicht nur ich alleine, sondern auch die Menschen um mich herum. Und dann wurde es mir eine Herzensangelegenheit, dieses Glück und das ist natürlich auch immer eine Form von Liebe, wie ich finde, zu teilen. Und wir alle kennen ja diesen Spruch, dass sich Dinge auch teilen lassen und dann vermehren. Und das ist mit Glück halt genau das gleiche. Dann habe ich angefangen und mir überlegt, wie kann ich denn viele Menschen erreichen und bin im sozialen Bereich gelandet. Ich helfe jetzt tatsächlich jungen Menschen, die sowas überhaupt nicht kennen. Also die kennen das nicht. Was ist denn ein Glückscoach? Was macht man denn als Glückscoach? Ja, die führe ich so ein bisschen da ran, dass Glück eigentlich ein Geburtsrecht ist. Und natürlich ist es schwierig mit manchen Kindern, wenn die aus einem Bereich kommen, in dem sie Glück noch nicht so kennenlernen durften. Aber auch die sind ganz empfänglich dafür. Es ist mir eine unglaubliche Ehre und eine Freude, jeden Tag in strahlende Gesichter zu kucken, die sich, ja, zum ersten Mal mit Glück auseinandersetzen.

 

Was macht ein Glückscoach?

Daniel: Okay, das heißt, du bist, genau, das Wort hast du ja schon ganz am Ende gesagt, du bist Glückscoach und in der Form auch selbstständig. Und was machst du da genau? Also, wie muss man sich das vorstellen? Wie läuft sowas ab?

Kati: Es ist sehr individuell natürlich. Ich spreche im Prinzip mit Menschen, stelle meistens und hoffentlich die richtigen Fragen. Und dann kommen wir ganz, ganz schnell an den Punkt, wo man zugibt, das ist meine größte Angst. Das ist etwas, das möchte ich eigentlich nicht haben. Und dann stellen wir fest: Oh, wirklich nicht? So läuft das ganz oft ab. Und letztendlich ist es aber so, dass ich immer die Frage oder die drei Fragen stellen, die drei magischen Worte: Was will ich? Einmal mit der Betonung auf dem „Was“, WAS will ich? Einmal mit der Betonung auf dem „Will“, Was WILL ich? Und dann die Betonung auf dem letzten Wort und zwar dem „Ich“, also, Was will ICH? Und das ist so ein ganz einfacher Satz oder halt drei ganz einfache Fragen, aber wenn man die sich ganz ehrlich beantwortet, dann dauert das eine Weile. Also das ist nicht in zehn Minuten abgehakt. Aber es bringt einen tatsächlich weiter.

Daniel: Das heißt, die Fragen sind eigentlich eine Frage, nur eben mit unterschiedlicher Betonung?

Kati: Genau.

 

Coaching von Schülern

Daniel: Und  jetzt hast du schon gesagt, mit deinen Kindern. Wie müssen wir uns das vorstellen? Du arbeitest nur mit Kindern? Oder hauptsächlich?

Kati: Nein, also das ist diese soziale Geschichte, die ich mache, in die ich quasi reingerutscht bin, zufällig. Ich glaube ja nicht an Zufälle. Ich glaube daran, dass alles einen Sinn hat. Und ja, so kam es, dass ich irgendeinen Kumpel hatte, der dann irgendwie mal erzählt hat, „Und ja, wie brauchen da noch mehr Leute.“ Und ja, jetzt arbeite ich in Norderstedt. Und zwar mach ich da ein Projekt, was so ein Schulcoaching-Projekt im Prinzip ist. Und wir supporten da die Jugendlichen dabei, sich selbst so ein bisschen zu finden und natürlich ein Praktikum zu finden und letztendlich in Ausbildung zu gehen. Und das ist gesponsert auch vom Bund. Ich finde es toll, dass es sowas überhaupt gibt. Das war mir vorher nie bewusst. Und es macht mir sehr großen Spaß.

Daniel: Wie heißt das Projekt? Unter welcher Flagge sozusagen segelt ihr da?

Kati: Das ist im Prinzip von der Norderstedter Bildungsgesellschaft. Und ich bin gerade eingesetzt in dem BBZ Noderstedt.

 

Individuelles Glückscoaching

Daniel: Cool! Super, ich glaube, da haben wir jetzt schon einen guten Überblick gekriegt. Also du machst ja auch sonst auch Coachings, na?

Kati: Genau.

Daniel: Wie finden dich denn da die Menschen, die du dann coachst? Wie funktioniert das?

Kati: Das ist sehr unterschiedlich. Also angefangen habe ich ja vor anderthalb Jahren und da hab ich tatsächlich auch viele Karmaprojekte gemacht und gesagt, ich möchte jetzt einfach was zurückgeben. Ich hab jetzt so viel bekommen die letzten Jahre, ich möchte jetzt ein Stück Liebe zurückgeben. Und weil ich weiß, dass ganz viele Menschen mit Coaching gar nichts anfangen können, und auch sagen, „Also was man da zahlen muss, das ist eigentlich ganz schön viel.“ Da hab ich gesagt, „Du, wenn du das mal ausprobieren möchtest, dann mach ich das kostenlos, kostenfrei, komplett.“. Und das war dann letztendlich gar nicht so, denn die haben mir immer was mitgebracht. Also das fand ich ganz süß. Denn das zeigt ja auch wieder so den Charakter von meinem Gegenüber, dass der dann auch wertschätzend sagt: Was kann ich dir denn Gutes tun? Und das ist wundervoll. Und ja, es waren viele Freunde von Freunden, die angefragt haben. Und dann waren es Leute, die ich irgendwo mal kennengelernt hab auf der Straße, wo wir so ins Gespräch gekommen sind. Letztendlich glaube ich, dass die Menschen, die sowas wollen und sowas ausprobieren wollen und glauben, dass sie es brauchen, dass die ja auch so ein bisschen auf der Suche sind. Und ich musste bisher noch nicht irgendwie große marketingtechnische Schritte tun. Also das heißt, ich hatte da wirklich Glück. Aber daran glaub ich auch.

Daniel: Das ist ja auch ganz sinnvoll, dass man als Glückscoach Glück hat.

Kati: Auf jeden Fall.

Daniel: Okay. Und das ist ja auch das, was du Vollzeit machst, oder? Damit das jetzt auch sozusagen nochmal ganz klar rüberkommt.

Kati: Genau.

Daniel: Du hast im Prinzip eine Vollzeitprofession und musst die gar nicht wirklich bewerben. Das ist ja auch schon mal eine geile Sache. Und würdest du denn sagen, das hängt auch so ein bisschen damit zusammen, dass du eben das was du machst, wirklich mit deiner Person zu 100% verknüpft ist? Oder zu 95% verknüpft ist? Oder woran liegt das?

Kati: Ich glaubt, das liegt zum einen daran, dass die Leute mich natürlich über zwei Ecken kennen, und auf der anderen Seite aber auch an dem Bedarf. Weil ich merke, der Bedarf ist so groß geworden. Und die Menschen fragen sich wirklich viel, viel mehr: Was macht mich eigentlich glücklich? Und wenn die dann hören, dann fragen die: Was machst du denn?

Dann ergibt sich bei ganz vielen dieser Wunsch tatsächlich über ihr eigenes Glück und ihr persönliches Glück zu sprechen. Und ich definiere das halt so, dass Glück etwas ist, was nicht kurzfristig ist, sondern dass es etwas ist, was mit dem inneren Zustand, also sowohl mit deiner Seele als auch mit deinem Kopf zu tun hat und dass das viel mit Zufriedenheit zu tun hat. Ich schreibe Zufriedenheit zwischenzeitlich so:ZuFRIEDENheit, weil ich glaube, dass Zufriedenheit mit sich selbst, als auch mit der Umgebung ist, in der man lebt. Wir fragen uns, wir sehnen uns danach. Also wir wollen wirklich glücklich sein. Und so kam eins zum andern.

 

Wie Kati ihren Weg zum Traumjob gefunden hat

Daniel: Interessant. Erkennst du denn, wenn du mit den Leuten diese Frage bearbeitest „Was will ich?“. Da hat ja jeder wahrscheinlich einen anderen Lebensbereich, wo er diese Frage drin beantwortet. Wo er sagt, dass ist jetzt für mich der Lebensbereich, um glücklich zu werden oder vielleicht der, wo ich am unglücklichsten bin, den ich jetzt umdrehen möchte. Erkennst du da schon gewisse Muster? Oder sagst du, das ist so individuell, das ist bei jedem komplett verschieden?

Kati: Also, natürlich gibt es Muster, wobei ich mich davon immer gern freimache. Weil ich selbst denke, dass wir Menschen alle in Mustern denken und immer gerne dieses Schubladenprinzip nutzen. So dass ich finde, dass es manche Menschen geben sollte, die das bewusst nicht tun oder wenig tun. Oder aber die sagen: „Kommt, denkt doch mal um!“ Aber, du hast natürlich Recht. Also ganz klar, es gibt so diese Generation, wo man klar sagen kann, die in meinem Alter die Leute, also so Mitte 30, die haben ein ganz anderes Verständnis dafür, glücklich sein zu wollen und wir haben ja alle dieses Reisegen und wollen immer unterwegs sein und am liebsten die ganze Welt sehen. Die Generation davor hatte das nicht so extrem, also wenn man das jetzt vergleicht. Andererseits - und das erzähl ich dann auch total gerne - sind meine Eltern halt auch so, dass mein Vater immer unterwegs war. Und meine Mutter ist ja in Korea geboren und mit 19 hier rüber gekommen. Die hatte natürlich auch irgendwas in sich, sonst wäre sie ja jetzt nicht in Deutschland gelandet. Ich glaube, dass das allerdings so ein Luxusding ist. Wir haben tatsächlich den Luxus und dürfen uns aussuchen, wo wollen wir arbeiten, was wollen wir arbeiten. Das früher einfach nicht so. Da gab es nicht ganz so viel Möglichkeiten, weil wir heute natürlich die Vorteile der Globalisierung haben  und auch der Infrastruktur, die wir heute haben.

Ich bin ja ein Mensch, ich liebe es logisch zu denken, aber ich will mein Herz nicht ausschalten. Und ich glaub, das ist dann der Punkt. Wenn du ans Herz kommst bei jemandem und wenn du wirklich merkst, da ist was, was man nicht rein logisch erklären kann, sondern da ist auch noch Gefühl dabei, dann können sich so magische Momente einstellen, dass man sagt: Ja eigentlich habe ich Das und Das gelernt, aber so richtig glücklich macht mich das nicht mehr. Was kann ich tun? Und dann gibt es natürlich Wege, die man zusammen gehen kann. Wo ich sage: Kuck mal, die und die Möglichkeiten hast du. Schau doch mal, ob du zum Beispiel deine Stunden reduzieren kannst. Du musst nicht sofort kündigen, so wie ich das gemacht hab. Es gibt immer Wege zu sagen, ich finde mein Glück und meine Zufriedenheit im Job, weil mir das was gibt oder weil ich tolle Kollegen hab, was so viel wert ist, oder weil ich einfach diese Sicherheit haben möchte, weiterhin mein regelmäßiges Gehalt zu haben. Das sind alles ganz wichtige Gründe. Die kann man nicht von heute auf morgen abstellen. Das wäre ein Risiko, was glaube ich nicht sinnvoll wäre. Man sollte schon immer, meiner Meinung nach zumindest, nicht den Plan B immer unbedingt haben, aber so eine Grundsicherung geschaffen haben. Zu wissen, also hier so geht’s weiter, so kann’s weitergehen. Und nicht jeder springt von einer Klippe, wenn sie da ist.

 

Glücklichsein - Priorisierungen und Entscheidungshilfen

Daniel: Du hast jetzt sehr, sehr viele Sachen angesprochen. Aber auf zwei würde ich jetzt gerne noch einmal drauf eingehen. Also die eine Sache ist, glaube ich, das ist ja auch mit Studien auch schon belegt, dass sozusagen in den Industrieländern, wo du extrem viele Optionen hast, extem viel machen kannst, die Unzufriedenheit, das Unglücklichsein witzigerweise eher zunimmt. Und in Ländern, in denen es wirklich sehr, sehr einfach Lebensstile gibt, die noch ganz normal sind und auch eben die Optionen fehlen, die wirklich viel glücklicher sind. Das heißt ja, das Verhältnis ist nicht intuitiv, sondern im Gegenteil. Wenn ich mehr Optionen habe und die aber nicht nutze, ist das Potenzial da, dass ich unglücklich werde.

Kati: Ja, ganz klar.

Daniel: Umgekehrt habe ich die Option gar nicht, da bin ich irgendwie happy mit dem, was ich habe. Und das Zweite, das finde ich auch super, dass du sagst, okay, es geht irgendwie so ein bisschen um dieses Reisegen, und auch wie und wo und was arbeite ich. Und würdest du sagen, das sind so zwei Herzen bei vielen in der Brust? Das heißt dieses eine: Ich will eigentlich reisen, ich will die Welt sehen. Auf der anderen Seite: Ich kann aber nicht, weil ich hier ja an meinen Job gefesselt bin. Oder was ist da das Problem in Anführungsstrichen?

Kati: „Nicht können“ heißt für mich meistens „nicht wollen“. Oder auch etwas nicht genug wollen. Und das ist auch was, was in einem Coachingprozess auch immer wieder wichtig ist. Und zwar rauszufinden, wie sehr will ich das. Will ich das? Und wie sehr will ich das? Denn, ich kann mich mit Dingen begnügen. Nehmen wir das Beispiel Hund. Ich will mir seit Jahren einen Hund holen. Ich hol mir den aber nicht, weil ich weiß, ich bin einfach nur zu viel unterwegs. So, wie sehr will ich das also? Ja, ich will das natürlich total. Ne, es ist halt einfach nicht so, weil ich ganz genau weiß: Ich will das nicht genug. Denn da sind auch noch andere Sachen, die ich mehr will. Und ich finde, das ist immer gut, wenn du so vergleichen kannst. Was willst du und wie sehr willst du denn deine ganzen Wünsche? Da kann man eigentlich priorisieren. Und letztendlich ist das im Leben sehr sinnvoll, zu priorisieren. Natürlich kannst du da nach deinem Gefühl gehen. Es ist egal, was der Grund dahinter ist. Oder ein Job… z.B. hast du jetzt irgendwie drei Jobangebote und du kuckst dir das an, bei dem einen verdien ich so und so viel. Also viel mehr als bei den anderen. Bei den anderen habe ich aber vielleicht viel mehr Sinn in der Arbeit. Und ich finde das viel geiler. Deswegen meine Entscheidung würde immer danach gehen, bringe ich mir da selbst was oder ist das nur wegen des Geldes. Das sind halt Sachen, da muss man ganz klar sagen, wie priorisierst du. Das ist wiederum total Charakterentscheidung.

Daniel: Ja, ich habe da so zwei Tricks. Was ich immer entweder bei mir selbst oder bei den Leuten, die sich für I love Montag interessieren, frage. Zum einen musst du erstmal wissen: Wo will ich überhaupt hin? Was sind meine Ziele, meine Träume im Leben? Und wenn du da so ein Gerüst hast, dann kannst du natürlich an diesem Schema auch eben viel besser entscheiden, ob eine Option überhaupt eine Option ist oder auch nicht. Und dann aber tun sich viele immer noch schwer zwischen Optionen zu entscheiden und da ist immer mein Tipp: Lass die einfach gegeneinander antreten. Also Option A gegen Option B. Also nicht 10 Sachen gegeneinander, sondern Option A gegen Option B. Welche gewinnt? Okay, Option B gewinnt. Gut, jetzt kommt Option C ins Spiel. Jetzt spielt die erst gegen den einen. Das ist zwar ein bisschen Arbeit. Aber dadurch hast du dieses Bauchgefühl, das dir sagt: Hey, cool. Ah, jetzt verstehe ich das, wie sich das eigentlich zusammensetzt. Daher find ich das Beispiel mit Hund auch super. Wir haben alle solche Sachen im Kopf. Ich zum Beispiel will seit 20 Jahren Schlagzeug spielen lernen. So, aber ganz ehrlich, ich bin zu faul. Aber irgendwann, weiß ich, wird der Tag kommen, wo ich sage: So, jetzt will ich, jetzt kauf ich mir ein Schlagzeug, jetzt nehm ich Schlagzeugunterricht, weil es mir einfach jetzt wichtig ist. Und vorher waren einfach andere Sachen wichtiger.

Kati: Ganz genau. Und dennoch hast du so einen Herzenswunsch. Und das finde ich halt auch wichtig, dass man dafür offen ist. Dass du das auch weißt. Das hat ja viel damit zu tun, wie reflektiert bist du denn.

Daniel: Das ist ein super Punkt. Und das ist ja immer das Magische, egal wann man anfängt, es ist immer richtig, Hauptsache, man fängt damit an, sich über solche Sachen mal Gedanken zu machen, weil man auch den Bedarf hat. Weil das ist ja auch wichtig. Wenn du jetzt eben zehn Jahre unreflektiert Karriere gemacht hast, aber es war geil, ja klar, warum dann drüber nachdenken. Aber, wenn man halt merkt, hey, irgendas stimmt gerade nicht. Okay, dann ist heute der bessere Tag als morgen.

Kati: Ja, ganz genau.

Daniel: Du hast ja dann auch eine gewisse Energie in dir. Das ist ja auch das Tolle. D.h. wenn jetzt jemand vielleicht zehn Jahre schon frustriert war, ja, der will. Und jemand der vielleicht sagt, eigentlich ist mein Leben schon ganz geil, aber es könnte noch ein bisschen besser sein. Muss man sich dann wirklich fragen, weil es ist ja auch Arbeit, es kostet Energie, ist es das überhaupt wert?

Kati: Ja, klar.

Daniel: Weil man will ja auch niemanden bekehren.

Kati: Ne, das stimmt. Weil es ist ja auch, was ich schmerzhaft erfahren hab. Ich will ja immer und ich für alle mit. Und das geht natürlich nicht. Dein Glück fängt in dir an. Und wenn du nicht dazu bereit bist, dann kann ich von außen auch nicht sagen, so mit dem Hammer, komm, lass es raus. Nein, das geht natürlich nicht.

 

Was Kati vorher beruflich gemacht hat

Daniel: Kati, cool. So, ich glaub jetzt haben wir das supersupergeil verstanden, wo du heute bist und was du heute machst. Das war auch echt spannend, vor allem weil ich da so ein paar Parallelen sehe zu dem, was ich so tue. Aber jetzt würde mich einfach noch interessieren, warum bist du da heute. D.h. wie war denn dein Leben, bevor du zum selbsterschaffenen Glückscoach wurdest? Was hast du beruflich gemacht?

Kati: Ich war im Prinzip sehr lange Student und hatte da auch eine geile Zeit. Und habe mich da auch immer schon gewehrt, so nein, eigentlich will ich noch gar nicht fertig sein. Ich hab halt Internationale Kommunikation studiert und im Bachelor war das noch mit BWL und dann im Master halt mit Technik, also Maschinenbau und E-Technik. Über kurz oder lang bin ich dann bei Airbus gelandet. Dort habe ich 2011 angefangen und war da bis 2016. Hab also ein Handbuch mitgeschrieben und zwar einmal Wartung und einmal Troubleshooting. Ich hab angefangen mit der A320-Familie und dann war mir das ein bisschen zu langweilig. Dann habe ich gesagt, ich möchte noch ein anderes Flugzeug machen (A380). Da sind dann auch natürlich in der A380-Maschine auch einfach viel mehr Sachen. Das Ganze ist auch viel größer. Dann war mir das auch wieder so einen Tick zu langweilig. Und dann durfte ich viel so Customer Service machen. Das sind dann natürlich Fragen… Manchmal sind die natürlich total einfach zu beantworten. Bei manchen muss man aber so nachforschen. Und dann hab ich mir gedacht, das ist aber jetzt cool, wenn ich da so vor Ort nachforschen darf, um mit dem Designer und so sprechen kann… Das hat mir dann eine Zeit lang wirklich echt Freude gemacht, muss ich echt sagen. Aber es war halt nie so, dass es mich komplett ausgefüllt hat. Es war ein wichtiger Faktor, der bei der ganzen Airbus eine Rolle gespielt hat. Und zwar habe ich mit meinem besten Freund in einem Team gearbeitet. Und ja, das ist natürlich super, wenn du das machen kannst. Man sagt doch so schön immer „Arbeitsehemann“. Weil man halt dann einfach bei der Arbeit genau weiß, wie der andere tickt und wie der arbeitet. So gingen die Jahre ins Land… Weil’s irgendwie auch Spaß gemacht hat. Weil wir aber nicht den Fokus draufgelegt haben, ja, macht uns die Arbeit Spaß. Denn wir machen ja auch Spaß da. Aber irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Was machst du hier eigentlich? Und dann, die konnte ich mir nicht sinnvoll beantworten. Das ist doch überhaupt nicht sinnvoll, was du hier tust. Das kann doch jeder. Und dann war ganz klar die Entscheidung zu sagen, ich muss hier raus. Ich muss Dinge machen, die ich so lange nicht gemacht habe und vor allen Dingen war das das Reisen. Weil ich ja mit meinen 30 Tagen Urlaub irgendwie vorne und hinten nicht klar kam. Und dann hab ich mir gedacht, so, ich kündige jetzt und dann geh ich auf Weltreise. Und ja, das hab ich relativ schnell umsetzen können, weil ich ja noch nicht die vollen fünf Jahre da war. D.h. ich hatte noch nicht so eine lange Kündigungsfrist und relativ viel Überstunden. Und zack… war ich weg.

Daniel: Okay, was mich jetzt super interessiert, ist, du hast ja jetzt schon fast den kompletten Abriss gegeben. Aber so zum Einen, ich glaub nicht, dass man sozusagen was ändern muss, wenn es einem richtig scheiße geht. Weil das war ja bei dir jetzt nicht so und das war bei mir jetzt auch nicht so damals. Ich hatte auch einen super Job. Der hat mir auch Spaß gemacht. Trotzdem hattest du dieses Bedürfnis, da muss doch noch mehr gehen. Und gab’s da so einen Moment, wo du sagst, Mensch, das war der Moment, da hab ich das mal in Frage gestellt. Kannst du dich da dran erinnern?

Kati: Also ganz ehrlich, immer, wenn ich mich nicht ausgelaset fühle, kommt so ein Moment. Das ist mein ganzes Leben schon so. Hauptsache du machst was, Hauptsache, du bist nicht im Stillstand. Und das hab ich bis heute auch total gerne, also dieses Gefühl, nicht im Stillstand zu sein. Aber ich feier dann auch mittlerweile den Stillstand, weil ich weiß, dass es das nicht ist. Das mich das eben nicht glücklich macht. Deswegen weiß ich nicht, ob es diesen einen Moment gab, oder ob es ganz viele waren. Und ich halt immer schon dieses Grundgefühl hatte, dass da irgendwas nicht so ganz stimmt.

Daniel: Ja gut, es kann ja beides sein. Es kann ja sein, dass du das Grundgefühl hattest, aber dass irgendwann diese Erkenntnis einfach da war. Also man hat ja manchmal dieses Gefühl, wie wenn so ein Staubsauger ausgeht. Während der Staubsauger lief, hat man gar nicht das Gefühl, dass grad was passiert. Aber wenn er ausgeht, dann denkt man so: Ja, da war grade was, was genervt hat. Aber ich hab das gar nicht so bewusst wahrgenommen.

Kati: Ja, das kann tatsächlich sein. Ich glaube aber, dass es die magische Zahl 30 bei mir auch war, die mir das Selbstvertrauen gegeben hat, auch wirklich das zu tun, was ich wirklich will. Und meine Eltern, die haben mir vor allem eines beigebracht, dass die Liebe sehr wichtig ist. Es ist für mich total wichtig, dass man was tut, was sinnig ist. Und ich hab viele Gespräche auch mit meinen Eltern geführt, bevor ich diese Entscheidung getroffen habe. Allerdings muss ich sagen, mein Papa ist halt deutscher Finanzbeamter und der fand das gar nicht cool, da hatte ich wirklich Schiss jetzt, ihm das zu sagen. Ja, dass ich jetzt diesen festen Job, diesen unbefristeten Job kündige und ohne zu wissen, das ist ja noch das Allerschrägste, ohne zu wissen, was ich überhaupt tun möchte. Außer, dass ich ja losfahren wollte, zu reisen. Mein Vater ist wie gesagt Finanzbeamter und dem zu sagen, dass ich a) meinen festen Job kündige und b) auf Reisen gehe, ohne zu wissen, was ich eigentlich danach machen will, war halt echt der Horror. Er hat dann auch kurzfristig nicht so richtig mit mir reden wollen, als ich dann aber wiederkam und verändert war und wirklich so eine innere Zufriedenheit hatte… Seither sind da einfach der Liebe keine Barrieren mehr gesetzt sind. Weil ich einfach gesagt habe: Ich kann nicht mehr. Ich kann diesen Job nicht mehr machen. Ich hab’s ihm erklärt und er hat’s irgendwann verstanden. Ich denke mal, wenn selbst mein Vater mich versteht, also wenn selbt ein deutscher Finanzbeamter versteht, warum ein Mensch, der jetzt diese 30 geknackt hat, sich verändern möchte, ich glaub, dann kann das jeder verstehen. Das ist eine Erkenntnis für mich gewesen, die war sehr wichtig.

 

Reisen als Perspektivwechsel

Daniel: Das heißt, du hast damals gemerkt, irgendwie  da muss was gehen, oder ich brauch da mehr. Ich brauch da irgendwie was anderes, wusstest aber nicht so richtig, was. Und jetzt nimm uns nochmal kurz mit. Und dann hast du gesagt, ich geh jetzt irgendwie auf Reisen. Wie war dein Gedankengang da? Und warum kamst du da jetzt mit Reisen um die Ecke? Also warum hast du nicht gesagt, ich mach jetzt jede Woche ein neues Praktikum für ein Jahr? Was war da die Intention?

Kati: Ja ganz klar, ich wollte immer schon raus. Also ich hab immer schon gespürt, ich muss eigentlich was sehen von der Welt. Mein Abispruch war damals: „Die Welt ist die schönste Sehenswürdigkeit, also sieh sie dir an.“ Und ich war immer unterwegs und hab mir also zumindest im Raum Europa alles angeschaut. Und ich war natürlich auch viel im Raum Südkorea, weil ich da Familie hab und die besucht hab und das so ein bisschen kennenlernen durfte. Und ich war auch mal in den USA mit meinen Eltern. Und da wusste ich, es gibt so viel mehr, was ich noch nicht gesehen habe. Und in den 30 Tagen, die wir so als Otto-Normal-Verbraucher Urlaub haben, kann man das ja nicht alles schaffen. Und ich wusste, ich muss so weit weg, wie es einfach nur geht. Weil, wenn man das so genau betrachtet, ich wollte mich auch einfach nur verstecken. Ich wollte natürlich auch ein Stück weit nicht nur diese Abenteuerlust stillen, ich wollte auch sagen, ganz weit weg. Also das, was ich jetzt kenne, das reicht mir erstmal. Und dann war Neuseeland das, was am weitesten weg war. Und da ging’s dann auch als allererstes hin. Ich glaube, weil das Reisen so ein Symbol dafür ist, dass ich mich selbst finden wollte. Weil du ja auch auf Reisen gehst, wenn du etwas Neues finden willst. Ich glaube, ich habe mittlerweile auch so viele Menschen kennengelernt, die genau das tun. Und deswegen glaube ich, ist das sinnvoll. Ich würde jeden auf Reisen schicken.

Daniel: Ich meine, so eine Reise ist ja auch ein Perspektivwechsel. D.h. also nicht eben nur im eigentlichen Sinn, dass man nicht einfach mal nur woanders ist, sondern man kriegt halt eben auch, und das ist halt das, was man in den 30 Tagen Urlaub nicht unterkriegt. Wenn du zwei Wochen Urlaub machst oder drei Wochen, da machst du Urlaub. Und wenn du reist, dann bist du einfach auf unbefristete Zeit an anderen Orten und hast auch keinen konkreten Plan und du hast nicht den Druck und du lässt dich auch so treiben. Und das ist natürlich ein geiler Nährboden eben, sich auch zu überlegen, in welche Richtung könnte es denn überhaupt gehen, wenn man das noch nicht weiß.

Kati: Ja, ganz genau. Auf jeden Fall. Das ist halt echt was, wenn du losreist und du nicht weißt, wann du wiederkommst, und auch nicht weißt, wie du von A nach B kommst, dann ist das was, was du mit Freiheit gleichsetzen kannst. Das ist eben das Tolle, dass wir diesen Luxus haben, wirklich loszufahren und einfach zu erleben.

 

Der Weg zum Glückscoach

Daniel: Okay, und dann warst du auf Reisen. Und dann? Jetzt hast du ja irgendwann die Brücke zum Glückscoach geschlagen. Wie ging das? Was waren da die entscheidenden Schritte und Momente?

Kati: Also, ich bin ja alleine gereist und hab irgendwie das Glück gehabt, immer wen richtig cooles zu treffen. Und viele haben mich halt unterwegs gefragt, ob ich Life-Coach bin. Und ich sag so: „Häh, ne. Ich bin grad gar nichts. Ich hab grad meinen Job gekündigt. Voll geil!“ Und diese Frage von den anderen, die fand ich natürich spannend, weil ich dachte: Cool! Also scheinbar kann ich ganz gut zuhören, das wusste ich natürlich auch voher schon. Ich war da aber irgendwie noch nicht so offen für. Erst als ich dann wiederkam, hab ich mir von der Arbeitsagentur ein Coaching gewünscht. Und die meinte: „Klar, natürlich. Also du kriegst das. Und du brauchst auch nichts dafür bezahlen.“ Und dann ich mir intuitiv natürlich die Richtige ausgesucht und hab meinen Coach gefunden. Und dieser Mensch ist mir so ans Herz gewachsen, also sie war erst mein Coach, dann mein Mentor und mittlerweile ist sie eine meiner besten Freundinnen. Die hat genau das in mir bewirkt durch ihre Fragen und den Freiraum, den sie mir gegeben hat. Und irgendwann stand ich da, ich möchte genau das tun. Ich möchte Menschen einfach nur Fragen stellen, ich möchte den Support geben, den du mir jetzt hier auch gerade gibst. Und so kam eins zum andern. Und in meiner letzten Coachingsession hab ich tatsächlich rumtelefoniert und mir so einen Coachingplatz gesichert. Und eine Woche später hab ich dann mit meiner Coachingausbildung angefangen.

Daniel: Wahnsinn! Also, das heißt, ich find das insofern genial, da fällt mir jetzt zum einen Derek Sivers ein. Derek Sivers ist der Gründer von CD-Baby. Ein superreflektierter Typ auch. Und der hat mal gesagt, dass er glaubt, dass man erst einem Firma oder eine Selbstständigkeit gründen sollte, wenn man von Menschen dazu aufgefordert wird.

Kati: Ja, witzig.

Daniel: Und das find ich sehr, sehr geil. Weil das ist ja so, da kann man ja mal in sich reinhören. Was sagen mir denn die Leute, was ich eigentlich machen sollte oder sowas. Und bei dir war’s ja genau so. Im Prinzip, die Leute haben dich genau gefragt, ob du Coach bist. Und ein halbes Jahr später stehst du da und machst eine Coachingausbildung. Wenn du natürlich jetzt in deinem Office bei Airbus sitzenbleibst, dann kann dich dieser Zufall, diese Chance gar nicht finden.

Kati: Stimmt.

Daniel: Weil du sitzt ja hinter verschlossenen Wänden und bist in deiner Welt. Hast dein Leben durchgetacktet und durchgeplant. Und jetzt bist du aber unterwegs und lernst da interessante Menschen kennen, und wir sind ja auch viel offener, wenn wir unterwegs sind eben, die vielen interessanten Menschen auch kennenzulernen.

Kati: Ja, auf jeden Fall.

Daniel: Und uns auch für sie zu interessieren. Und nicht nur zu sagen, ja, da kam jetzt eben ein Kollege und der wollte mit mir Kaffee trinken, aber da hab ich keinen Bock drauf.

Kati: Mhm… Aber ja, kennst du das nicht auch, wenn dich jemand fragt. Sag mal, warum lernst du eigentlich immer so viele Leute kennen? Ja, das ist doch genau das.

 

Was Kati dir empfiehlt

Daniel: Ja, natürlich. Und das ist ja auch das, was du natürlich ausstrahlst. Sehr, sehr spannend. So, jetzt machen wir das mal ganz konkret. Was würdest du sagen, was ist so die eine Sache, die du jemandem raten würdest, der jetzt diesen Veränderungswunsch hat, aber noch nicht die Richtung kennt?

Kati: Einfach machen. Das ist tatsächlich so. Einfach machen. Geht den ersten Schritt und dann wirst du auch den zweiten finden. Wenn du nicht anfängst, dann funktioniert das nicht. Du kannst dir Listen machen. Du kannst dir Pläne machen. Also ich find das immer so toll an dem Beispiel Wohnung. Also in Hamburg gibt es echt wenige Wohnungen gefühlt. Ich hab auch viele Wohnungen angekuckt, aber wenn du alles planst, dann kommt irgendwie ein Moment und du verpasst den Bus... Wenn du nicht planst, und einfach mal machst, dann ist das so wie bei mir. Ich stolper hier rein Sonntag morgens und kuck mir diese Wohnung an und die war eigentlich schon weg, bin aber so begeistert davon, und sag so: „Oh mein Gott, ist das alles schön!“ Und dann hab ich mich nicht nur in die Wohnung verliebt, sondern meine Vermieterin sich auch in mich. Und genauso funktioniert das. Also, natürlich ist das eine Kategorie von Menschen, also es funktioniert sicherlich nicht für jeden. Aber die Menschen, die das jetzt hören und sagen, okay, das versuch ich jetzt, für die funktioniert’s. Versprochen!

Daniel: Sehr cool. Okay, also das heißt, ich sitz jetzt in meinem Büro und denke, mir geht’s da wie der Kati. Ich hab eigentlich einen ganz coolen Job, aber richtig hammergeil find ich’s eigntlich nicht. Also ich lauf da jetzt nicht in die Firma jeden Morgen und denk mir, wie geil, ich kann da jetzt wieder arbeiten. Sondern, macht halt Spaß und ich will mich jetzt verändern und so, und jetzt? Was mach ich jetzt? Was ist der erste Schritt? Oder wie find ich jetzt den ersten Schritt? Ich bin ja jetzt lost. Ich weiß gar nicht, was soll der erste Schritt jetzt überhaupt sein?

Wohnungssuche okay, ich geh raus und kuck da jetzt die erste Wohnung an. Aber wie mach ich das jetzt beim Job oder bei der Arbeit?

Kati: Aber bei der Wohnungssuche ist das doch eigentlich nichts anderes. Also du willst einen Platz, wo du dich Zuhause fühlst. Und so sollte das mit deinem Leben ja eigentlich auch sein. Du willst dich ja mit dir selber so gut fühlen, dass du sagst, egal wo ich bin, ich bin hier Zuhause. Da glaube ich, dass das wieder diese drei Fragen sind oder diese eine Frage, die man mit der unterschiedlichen Betonung zu drei Fragen macht. Wir wissen, dass das elementar ist. Denn wir wissen ganz oft, was wir nicht wollen. Das ist schonmal hilfreich, aber zu wissen, was du willst, das ist halt entscheidend. Und irgendwann willst du halt was so sehr, dass du bereit bist, den Job zu kündigen oder zu sagen, ich sprech jetzt mit meinem Chef über unbezahlten Urlaub oder ein Sabbatical. Es gibt ja so viele Möglichkeiten. Z.B. dieses Stunden reduzieren, das seh ich bei einer Freundin von mir. Die hat immer gesagt, sie findet Teilzeit so geil. Und ich hab mich immer gefragt, warum eigentlich. Und ja, weil sie einfach viel mehr Zeit für sich selbst hat oder für die Dinge, die sie halt neben dem Job noch machen möchte. Und das ist halt auch elementar. Also es muss nicht immer die Kündigung sein. Ganz klar, sondern du kannst die Dinge, die du liebst, auch tun in der Zeit, die dir halt noch bleibt neben der Arbeit.

Daniel: Supergeil.

Kati: Aber mach, aktiv werden. Klar, das ist das, was ich jedem mit auf den Weg gebe.

Daniel: Also das heißt, wenn man gar keine Ahnung hat, wo man anfangen kann, einfach mal die Frage: Was will ich? Mit diesen drei Betonungen. Was – will – ich. Mal durchexerzieren einfach und es muss ja auch im ersten Schritt nicht immer was mit der Arbeit zu tun haben. Einfach mal die Tür aufmachen, einfach mal rausgehen und mal die Gelegenheit überhaupt erst erschaffen, dass man durch Zufall was findet.

Kati: Ja, genau, ganz klar. Also im systemischen Coaching, da ist es halt auch der elementare Grundgedanke, wenn du eine Komponente in deinem ganzen System veränderst. Z.B. an einem Mobile: Wenn du eine kleine Figur von deinem Mobile anschubst, dann fängt die an zu schwingen. Aber es fängt nicht nur die an, sondern alle anderen auch, ganz langsam. Und plötzlich bewegt sich alles. Und ich glaube wirklich, egal ob du jetzt in der Partnerschaft oder in deinem Job, oder ob du halt was weiß ich, in deiner Stadt, in der du wohnst, glücklich bist, es gibt ja einfach Möglichkeiten, einfach ein bisschen was überhaupt zu ändern. Und so verändert sich vielleicht ganz viel.

Daniel: Ja, das ist, glaube ich, ein sehr machtvoller Gedanke. Wenn man das wirklich mal ausprobiert oder auch mal erlebt hat, dann hat das auch einen ganz anderen Effekt, als das jetzt einfach nur intellektuell zu verarbeiten.

Kati: Ja, das stimmt.

Daniel: Und da bist du natürlich jetzt auch, du hast das erlebt. Du hast diese Magic erlebt, von „Ich hab überhaupt keine Ahnung“  und jeder der das jetzt hört, kann das jetzt einfach mal als Inspiration nehmen. Das kann ja im ganz Kleinen passieren.

Kati: Genau.

Daniel: Hast du denn, ich sag mal, ein Mindset oder ein Prinzip oder Glaubenssätze, wo du jetzt sagst, die kann man da einfach mal mitnehmen, wenn man da jetzt sozusagen den ersten Schritt geht?

Kati: Also ich denke tatsächlich, dass diese Glaubenssätze so persönlich sind, dass sie, wenn ich jetzt meine wichtigsten Glaubenssätze sag, dass die vielleicht nicht jedem helfen. Ich glaube, dass da mmer angebracht ist, zu kucken, okay, was glaube ich selber. Und da fängt’s ja dann wirklich an. Ich glaube zum Beispiel daran, dass in der Welt so viel Gutes liegt und es so viel Glück gibt wie Ostereier. Ich glaube wirklich, dass sich ganz viel Tolles versteckt, was wir noch nicht gefunden haben. Du kannst einfach überall was mitnehmen. Aber das tun wir nicht. D.h. ich glaube, das ist halt etwas ganz Persönliches, du kannst wirklich überall was mitnehmen. Und ob das was ist, was dich total weiterbringt oder was dich für den Moment einfach nur total glücklich macht, das ist ja egal. Denn du hast was mitgenommen. Es gibt ja auch diesen Spruch: Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich ein Fenster. Also der ist so ein bisschen ausgelutscht, aber der geht in die gleiche Richtung. Wenn du dir einfach nur mal anschaust, was es für Möglichkeiten gibt, glaube ich, dass du dazu bereit bist, irgendwann eine von diesen Möglichkeiten zu ergreifen.

Daniel: Cool. Ich mein diese ausgelutschten Sprüche. Ich denke ja auch, also so im positiven Sinne, je ausgelutschter ein Spruch ist, desto mehr ist da auch dran. Und die sind halt nur deshalb so ausgelutscht, weil wir abgestumpft sind und weil wir sie einfach schon zu oft gehört haben.

Kati: Und weil wir auch einfach denken, alt ist nicht geil. Ne, Ich find alt total geil. Auf jeden Fall, jeder ist seines Glückes Schmid. Das sagt man ja auch immer so: Ja genau, laber doch… Ne, es ist genau das. Es ist ein Goldschatz im Prinzip. 

Daniel: Kati, jetzt so gegen Ende. Interessiert mich immer jetzt so deine berufliche Selbstverwirklichung, die du da jetzt vollzogen hast, ist die das Sahnehäubchen oder das Fundament für ein tolles Leben?

Kati: Es ist immer die Schokolade. Also ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass ich am Ende meiner Reise bin. Und ich glaube, dass das allerwichtigste ist, zufrieden zu sein. Und zufrieden bin ich immer mit Schokolade.

Daniel: Jetzt hast du gerade eben 1.000 Likes von den weiblichen Zuhörern geholt.

Kati: Also das ist doch so, wenn du dir überlegst, was ist wichtig. Es fühlt sich grad an, als würde ich in so einem Mousse au Chocolat schwimmen. Und das ist einfach so geil. Und da will ich nicht urteilen, da will ich gar nicht bewerten. Da war ich immer schlecht drin. Ich kann dir nur sagen, das fühlt sich gut an, also genau richtig. Und das ist das, was ich auch immer vermitteln möchte. Wenn sich etwas nicht genau richtig anfühlt, dann ist es vielleicht auch nicht genau richtig.

Daniel: Spannend. Und das wäre nämlich auch genau meine nächste Frage gewesen. Weil das ist ja immer so das Ding. Man durchlebt ja jetzt nicht so eine Veränderung und sagt sich, ja jetzt bin ich genau da, wo ich sein wollte, da bleib ich jetzt die nächsten 50 Jahre. Sondern das ist ja wie so ein Zug, man wusste noch gar nicht, dass da ein Bahnhof ist. Und jetzt steigt man in den Zug ein und der wird natürlich auch schneller und du bist jetzt ja wahrscheinlich an einem Punkt, wo du vor drei Jahren gesagt hättest, völlig unvorstellbar, da heute zu sein.

Kati: Das stimmt, ja.

Daniel: Was sind denn da jetzt so deine Träume und Ziele, die du da für die nächsten Jahre jetzt einfach noch so im Kopf hast?

Kati: Also ich hab mir gesagt, ich möchte ein oder zwei Jahre wirklich was zurückgeben. Und ich merke jetzt schon, dass du das nicht so einfach sagen kannst, also nach zwei Jahren hör ich auf mit coachen. Also ich glaube, für mich ist es wichtig, die Balance zu finden, dass ich selbst glücklich bin mit meiner Arbeit. Und auf der anderen Seite aber, dass ich selbst merke, ich kann anderen Menschen so viel geben. Und das möchte ich halt in Balance kriegen. Es gibt so Tage, die sind richtig derbe anstrengend und dann denk ich so: Okay, ich kann jetzt eigentlich auch nicht mehr reden. Aber ich habe festgestellt, dass es gar nicht schlimm ist, diese Tage zu haben. Sondern dass ich die auch feiern kann und dass ich damit echt cool sein kann. Heute ziehe ich mich überall raus, dass ich allen absage. Aber die verstehen das mittlerweile alle auch. Das ist dieser Balanceakt und dass der auch so ganz wichtig für mich ist, dass ich Ruhephasen genießen kann, als auch turbulente und laute Phasen. D.h. ich glaube Ziele und Wünsche könnte ich jetzt ohne Ende aufzählen, aber ich glaub wirklich, dass es wichtig ist, eine Ausgewogenheit im Alltag zu haben.

 

Katis Wunsch an dich

Daniel: Super, jetzt zum Abschluss Kati, einen Wunsch kriegst du jetzt frei, wie eine gute Fee, du kannst dir jetzt eine Sache wünschen, die unsere Zuhörer machen sollen.

Kati: Wow, das ist ja geil. Also ich glaube, dass es toll ist, wenn man raus geht an die frische Luft und einmal richtig tief durchatmet und wem oder was man auch immer richtig dankbar ist, dass man das einfach mal laut sagt. Und wenn dann dabei rauskommt, dass man bei Mama anruft, und sagt: Danke, dass du mich geboren hast. Oder bei seiner Frau oder Freundin und sagt, das war gestern ein schöner Abend mit dir. Dass man einfach mal Danke sagt.

Daniel: Super, genau so machen wir das. Einfach mal Danke sagen. Dann jetzt zum Abschluss Kati, tausend Dank für das offene und authentische Gespräch.

Kati: Ich danke dir.

Daniel: Wie am Anfang haben wir so 5-10 Minuten WarmUp gehabt und das war so richtig geil. Mir liegt das I love Montag ja so wirklich am Herzen, sonst würde ich ja nicht solche Spirenzchen mit Podcast und so machen. Und ich hoffe, wir konnten das jetzt heute so ein bisschen teilen und wie du da eben deinen Weg gegangen bist. Und das Spannende ist ja, dass es eben Leute motiviert und inspiriert zu sagen: Mensch, wenn andere das hinkriegen, dann denkt man so, geht ja.

Kati: Ja, auf jeden Fall.

 

Glückscoaching bei Kati – so findet ihr sie

Daniel: Sehr cool. Das hat mir richtig Spaß gemacht. Jetzt sag nochmal zum Abschluss, wenn jetzt jemand sagt, Mensch, die Kati Bonkat, spannend, das interessiert mich. Wo finden die dich?

Kati: Also die finden mich immer auf www.kati-bonkat.com und die natürlich auf www.gluecksfreunde.de. Weil ich bin eine Freundin des Glücks und eine glückliche Freundin. Und von daher hab ich irgendwann mal gesagt, ich schreib. Und ich schreib super gerne. Ich schreib viele Sachen und dann kann so ein bisschen preisgeben über mich und mal so ein bisschen erählen. Und das heißt, wenn jemand der Inspiration braucht, der ab und zu mal so einen Coachinghinweis vielleicht auch haben möchte, da blog ich ganz gerne, unwesentlich sag ich mal, aber sehr ehrlich… auf gluecksfreunde.de.

Daniel: Dann danke ich dir vielmals und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt. Und hab einen schönen Tag!

Kati: Dankeschön. Das machen wir, auf jeden Fall. Dankeschön, das wünsch ich dir auch. Macht’s gut und bleibt sauber alle.

Daniel: Ciao.

Kati: Ciao.

 

Fazit

So, das war die zweite Folge unseres I love Montag-Podcasts mit Kati Bonkat aus Hamburg. Und Kati ist von der technischen Dokumentation in der Luftfahrt zur Glückscoachin geworden. Und wenn du diese Folge inspirierend findest, dann teile sie doch jetzt mit deinen Freuden und Bekannte persönlich oder über Whatsapp und Facebook.

Ciao.

Lass dich über neue Artikel informieren.

Trage dich ein, um eine eMail zu bekommen, wenn ein neuer Artikel hochgeladen wird.
Keine Bange, wir hassen SPAM und werden deine eMail Adresse sicher hüten.

Eintragen
Close

75% vollständig

Erfahre mehr über I love Montag

Wir hassen Spam, so wie wir früher Montage gehasst haben. Wir schreiben auch keine regelmäßigen Newsletter, aber wenn du möchtest kannst du mehr über uns erfahren. Verrate uns einfach deinen Namen und deine eMail-Adresse. Bis gleich.